Fußpilz

Krankheitsbild Fußpilz

Was ist Fußpilz?
Bei Fußpilz handelt es sich um die Besiedlung der Haut im Fußbereich durch bestimmte Pilze (Dermatophyten), die zu oberflächlichen Pilzinfektionen der Haut an den Füßen und den Fußnägeln (Dermatophytosen) führen kann.

Entstehung
Die meisten Pilzarten besiedeln Häute und Schleimhäute des Menschen, ohne dort Schaden anzurichten. Einige wenige Pilze lösen dagegen Krankheiten aus. Pilzbefall der Fußsohlenhaut und/oder der Zehenzwischenräume wird Tinea pedis genannt. Bei einem Befall der Zehennägel spricht man von Onychomykose. Die häufigsten Erreger des Fußpilzes sind Trichophyten, Epidermophyten und Mikrosporen, die zu den Fadenpilzen (Dermatophyten) gerechnet werden. In seltenen Fällen kann ein Fußpilz durch Hefepilze (Candidose) oder Schimmelpilze ausgelöst werden.

Pilze sind weitverbreitet. Wie alle Hautpilzerkrankungen ist die Tinea pedis ansteckend, wobei der jeweilige Zustand des Immunsystems des Betroffenen eine wichtige Rolle spielt. Wird die körpereigene Abwehr durch Medikamente (wie Kortison) oder durch eine Erkrankung (zum Beispiel Krebs oder Zuckerkrankheit) geschwächt, besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Pilzerkrankungen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist durch direkten Kontakt mit Betroffenen oder befallenen Gegenständen leicht möglich. Ansteckungsmöglichkeiten sind überall dort gegeben, wo durch barfuß gehende Menschen infektiöse Hautschüppchen auf den Boden und an den Fuß anderer Personen gelangen können. Die Erreger sind bei Trockenheit und abseits des Körpers viele Monate überlebensfähig. Zur Vermehrung und zum Wachstum benötigen Pilze allerdings biologischen Abfall, den sie auf der Haut in Form von abgestoßenen Hautzellen vorfinden. Das feucht-warme Klima im Bereich von Hautfalten und Zehenzwischenräumen ermöglicht die Ausbreitung der Pilze in tiefere Hautschichten. Synthetische Strümpfe, Sportschuhe, Gummistiefel oder generell zu enges Schuhwerk sowie eine Schweißneigung weichen die oberen Hautschichten auf, was die Lebensbedingungen der Pilze verbessert.

Risikofaktoren für die Ansteckung mit Fußpilz sind:

  • familiäre Veranlagung
  • Fußfehlstellungen
  • Benutzung öffentlicher Badeeinrichtungen
  • Tragen von engen Schuhen
  • männliches Geschlecht
  • Verletzungen (mechanische Traumata)
  • Erkrankung des Nervensystems (periphere Neuropathie)
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Durchblutungsstörungen

Die Tinea pedis kann Ausgangspunkt für Pilzinfektionen an anderen Körperstellen sein. Zusätzlich können die Zehennägel befallen werden, was zu einer langwierigen und schwer zu behandelnden Nagelpilzinfektion führt (Onychomykose). Außerdem können sich die Pilze über die Berührung mit den Fingern auf die gesamte Fußsohle und andere Hautbereiche ausbreiten, insbesondere unter den Achseln und in den Leisten. Wenn die Erkrankung fortschreitet, wird die Haut verletzlich. Es entstehen Wunden, die als Eintrittspforte für andere Krankheitserreger dienen können. So entwickeln sich unter Umständen schwere bakterielle Entzündungen wie beispielsweise die Wundrose (Erysipel). Fußpilzerkrankungen heilen im Normalfall nicht von allein.

Manche Menschen entwickeln nach einer ersten Infektion eine Art lebenslange Immunität, die eine erneute Ansteckung unwahrscheinlich macht.

Krankheitszeichen
Abhängig von den befallenen Hautstellen und der Art der Hautveränderung kommt es zu unterschiedlichen Erscheinungsformen des Fußpilzes. Manchmal kann der Fußpilz Jahre bestehen und unerkannt bleiben. Er breitet sich dann über den Fuß aus. Wenn es zu einem begleitenden Befall mit Bakterien kommt, entwickelt sich in manchen Fällen ein unangenehmer Geruch. In der Regel empfindet der Betroffene ein Spannungsgefühl und einen Juckreiz.

Häufig beginnt die Veränderung der Haut mit der Bildung feiner, weißer Schuppen auf einer leicht bis mäßig entzündeten rötlichen Haut. In manchen Fällen quillt die oberste Hautschicht auf und bekommt eine weiße Färbung. Die Haut kann tiefe, schmerzhafte spaltenförmige Einrisse (Rhagaden) und eine übermäßige Verhornung (Hyperkeratose) aufweisen. An den Seitenflächen der Zehen bilden sich häufig kleine Bläschen.

Diagnostik Fußpilz

In der Regel erkennt der Hautarzt eine Fußpilzerkrankung allein durch ihr Aussehen. Zur genaueren Bestimmung nimmt der Arzt Material zur weitergehenden Untersuchung im Labor: Vom Rand schuppender Bereiche schabt er Material ab. Gegebenenfalls wird das Material direkt unter dem Mikroskop untersucht. Der Nachweis von Pilzen erfolgt aufgrund des Vorkommens von Pilzelementen, wie beispielsweise Pilzfäden (Myzelen). Diese geben allerdings noch keine Information über Art und Gruppe der Pilze. Im Labor kann daher außerdem eine Anzüchtung der Pilze auf einem speziellen Nährboden erfolgen. Diese wird über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen durchgeführt. Wenn auf dem Nährboden Pilze wachsen, werden diese mit bloßem Auge (charakteristisches Wachstum) und unter dem Mikroskop untersucht und beurteilt.

Spezielle weitere Untersuchungen ermöglichen im Zweifelsfall eine Abgrenzung einzelner Pilzarten. Untersuchungsmethoden, die gegebenenfalls hinzugezogen werden, sind:

  • Inspektion der gesamten Haut mithilfe von UV-Licht zur Auffindung von nur leicht befallenen Stellen
  • Untersuchung von Gewebematerial nach Probenentnahme von Hautgewebe (Biopsie)
  • Nachweis von Erbmaterial der Pilze durch spezielle Nachweismethoden, wie zum Beispiel die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR) zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Stämmen

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