Grauer Star

Krankheitsbild Grauer Star

Was ist Grauer Star?
Grauer Star ist eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse mit nachfolgender Verschlechterung des Sehvermögens.  

Entstehung
Der Graue Star ist vor allem eine Erkrankung des Alters. Bei den über 75-Jährigen sind knapp 40 von 100 Männern und über 45 von 100 Frauen von einer deutlichen Linsentrübung mit Sehverschlechterung betroffen. Die angeborene Linsentrübung tritt bei bis zu 15 von 10.000 Neugeborenen auf. Allerdings kann bei Neugeborenen vor allem eine einseitige Linsentrübung zu einer gestörten Sehentwicklung (Amblyopie) führen. Die kindliche Erkrankung muss rechtzeitig erkannt und eventuelle Begleiterkrankungen (am Auge bzw. Stoffwechselerkrankungen) müssen ausgeschlossen werden. Die Linsentrübung des Kindes muss durch eine Operation der Linsentrübung, gegebenenfalls begleitet von einer Okklusionstherapie (stundenweises Abkleben des besseren Auges) behandelt werden, um eine Schwachsichtigkeit und Schielstellung des betroffenen Auges zu vermeiden.

Krankheitszeichen
Im Vordergrund steht die Sehverschlechterung. Die Beschwerden beginnen dabei schleichend und werden von den Betroffenen oft lange nicht bemerkt, weil sie sich an die langsamen Veränderungen gewöhnen.

Wenn der Betroffene das Nachlassen des Sehvermögens wahrnimmt, zeigen sich folgende Symptome:

  • Konturen werden unscharf, nebelig, wie durch einen Schleier oder eine Scheibe aus Milchglas wahrgenommen.
  • Kontraste verlieren an Schärfe.
  • Farben verlieren ihre Leuchtkraft.
  • Das Auge reagiert immer empfindlicher auf direktes Licht: Helles Tageslicht und entgegen kommende Scheinwerfer bei Nacht blenden stärker als zuvor.
  • Doppelbilder können in manchen Fällen auftreten.
  • Durch die gesteigerte Brechkraft der Linse kann es bei einer Trübung des Linsenkerns zur Kurzsichtigkeit kommen.
  • Bei unbehandeltem Grauen Star verschlechtert sich im Spätstadium die Sehkraft so stark, dass es fast zur völligen Erblindung kommt.

Die Graufärbung der Linse ist dann schon deutlich sichtbar und für andere zu erkennen. Schmerzen treten dabei nicht auf.
Die Linsentrübung gehört bis zu einem gewissen Grad zum natürlichen Alterungsprozess des Auges. Entsprechend häufig ist der sogenannte Altersstar (Katarakta senilis). In über neun von zehn Fällen liegt ein Altersstar vor.

Seltenere Ursachen sind:

  • Zuckerkrankheit (Katarakta diabetica)
  • angeborene Formen (Katarakta congenita)
  • Verletzungen des Auges (Katarakta traumatica)
  • Medikamente (Kortison)
  • Strahlen (Röntgen, Infrarot, UV)
  • Im Rahmen einiger Stoffwechselerkrankungen (Morbus Wilson, Tetanie, Myotonie, Hauterkrankungen wie beispielsweise Psoriasis) kommt es ebenfalls gehäuft zu einem Grauen Star.
  • Mangelernährung
  • Augenoperationen (z. B. Silikonfüllung des Augapfels bei Operation einer Netzhautablösung)

Es wird vermutet, dass auch das Rauchen eine Linsentrübung beschleunigen kann. Einem Grauen Star bei Neugeborenen kann eine Virusinfektion der Mutter während der Schwangerschaft (zum Beispiel Röteln) oder ein genetischer Defekte zugrunde liegen.

Diagnostik Grauer Star

Wie wird der Graue Star diagnostiziert?
Der Verlust des Sehvermögens durch den Grauen Star ist eine Seltenheit, weil die Erkrankung gut durch eine Operation behandelt werden kann. Grauer Star kann schon früh, noch vor dem Auftreten erster Beschwerden, bei der augenärztlichen Untersuchung diagnostiziert werden.
Der Augenarzt benutzt dazu ein Spaltlampen-Mikroskop. Dieses Mikroskop hat eine schwenkbare Lichtquelle (Spaltlampe). Sie erzeugt einen spaltförmigen Lichtstrahl, der das Auge durchleuchtet. So kann der Arzt verschiedene Bereiche des Auges, wie zum Beispiel die Hornhaut und die Linse, vergrößert betrachten. Eine seltene Komplikation des weit fortgeschrittenen unbehandelten Grauen Stars ist die Entwicklung eines Grünen Stars (Glaukom) durch Austritt der verflüssigten Augenlinse in die vordere Augenkammer. Die Abflusswege des Augenwassers können infolgedessen verstopfen und den Druck im Inneren des Auges gefährlich ansteigen lassen.

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