Hammer-, Krallen- und Malletzehen

Krankheitsbild Hammer-, Krallen- und Malletzehen

Was sind Hammer-, Krallen und Malletzehen?
Bei der Hammerzehe handelt es sich um eine Beugefehlstellung des Zehen-Mittelgelenkes (zwischen Grund- und Mittelglied). Kommt es zusätzlich zu einer Überstreckung im Grundgelenk (dem Gelenk zwischen Mittelfußknochen und Grundglied), so spricht man von einer Krallenzehe. Bei der Krallenzehe ist die Zehe im Mittel- und Endglied gebeugt und im Grundgelenk so stark nach oben gestreckt, dass die Zehe oftmals aus dem Grundgelenk weicht (Luxation). Die Zehe hat keinen Kontakt mehr zum Boden. Die isolierte Beugefehlstellung des Gelenkes zwischen zweitem und letztem Zehenglied wird als Malletzehe bezeichnet.

Entstehung
Hammer-, Krallen- und Malletzehen können in seltenen Fällen angeboren sein. Zumeist entwickeln sie sich erst im fortgeschrittenen Lebensalter, häufig als Folgeerscheinung eines bereits bestehenden Spreizfußes.

Beschwerden durch die Hammer-, Krallen- und Malletzehen sind oft nicht vorhanden. Erst wenn der Spreizfuß fortschreitet, kommt es zu Beschwerden. Enges – und vor allem zu kurzes – Schuhwerk kann die Fehlstellungen mit verursachen. Seltene Ursachen sind Erkrankungen des Zentralnervensystems und Verletzungen an Muskeln und Nerven des Unterschenkels oder Fußes.

Ein Spreizfuß entsteht durch ein Zusammenspiel von erblichen Faktoren, Übergewicht und unzweckmäßigem Schuhwerk. Durch die chronische (dauerhafte) Über- oder Fehlbelastung des Fußquergewölbes verliert der vordere Teil des Fußes seine Spannung und sinkt ab. Dabei weichen die Zehen auseinander und gelangen in eine Fehlstellung, bei der sich auch die Zugrichtung der Fußmuskeln und Sehnen ändert. Die veränderten Zugverhältnisse und hinzutretende Muskelverkrampfungen (Kontrakturen) bewirken dann die hammer- oder krallenähnliche Verkrümmung der Zehen.

Durch den Druck im Schuh bilden sich meistens auch hartnäckige Hornhautschwielen (Hühneraugen, Clavi) an Zehen und Fußballen, die beim Gehen starke Schmerzen verursachen können und sich gelegentlich entzünden. Eine wirksame Behandlung der Hühneraugen ist oft nur nach einer Beseitigung der Fehlstellung möglich.

Krankheitszeichen
Neben der charakteristischen Fehlstellung der Zehen verursachen Hammer-, Krallen und Malletzehen häufig Schmerzen in den betroffenen Gelenken und an den Hornhautschwielen. Das Gangbild zeigt oft ein Entlastungshinken. Die Standphase ist bei einseitig verstärkter Fehlstellung verkürzt. Grund sind die Schmerzpunkte an der Fußsohle, die entlastet werden, indem der Fuß über den Fußaußenrand oder
-innenrand abgerollt wird

Verlauf
Die Fehlstellung ist zunächst flexibel und lässt sich zurückbiegen. Erst im weiteren Verlauf kommt es zur Einsteifung. Schmerzen im Bereich der fehlgestellten Gelenke sind die Folge. Durch den Druck im Schuh entstehen zudem Hornhautschwielen.

Diagnostik Hammer-, Krallen- und Malletzehen

Hammer- und Krallenzehen haben ein typisches Erscheinungsbild, sodass sie vom Arzt bei der körperlichen Untersuchung sofort erkannt werden. Röntgenaufnahmen können die Zehenfehlstellung, das Ausmaß des Gelenkverschleißes und Teilverrenkungen oder komplette Verrenkungen in den Grund- und Mittelgelenken sichtbar machen.

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