Harnblasenkrebs

Krankheitsbild Harnblasenkrebs

Was ist Harnblasenkrebs?
Harnblasenkrebs ist eine Krebserkrankung der Harnblase.

Entstehung
In den meisten Fällen geht die Erkrankung von Zellen aus, die das Innere der Harnblase auskleiden. Diese malignen (bösartigen) Zellen wachsen ungeordnet, sind oft unreif oder undifferenziert und verändern sich schnell, manchmal mit jedem Teilungsschritt − sie haben eine hohe Mutationsrate. Auf diese Weise entsteht ein bösartiger Tumor. Diese Krebszellen dringen in umliegendes Gewebe ein, sie zerstören und verdrängen es dabei. Über das Blutsystem und den Lymphstrom können Krebszellen im Körper streuen und Absiedelungen in anderen Geweben und Organen bilden, sogenannte Metastasen.

Die Erkrankung an Harnblasenkrebs nimmt mit dem Alter zu, vor allem bei Männern.

Es sind verschiedene Risikofaktoren bekannt, die das Auftreten von Harnblasenkrebs begünstigen können:

Insgesamt weiß man von über 50 chemischen Substanzen, darunter vor allem die sogenannten aromatischen Amine und Nitrosamine, dass sie in der Lage sind, Zellen so zu verändern, dass sie zu Krebszellen werden. Arbeiter in der chemischen Industrie, in der Farb- und gummiverarbeitenden Industrie, in Aluminium verarbeitenden Unternehmen und in Textilbetrieben, im Bergbau und der Druckindustrie können mit solchen Chemikalien in Kontakt kommen.

Der zweite große Risikofaktor ist das Rauchen.

Ein weiterer, in unseren Breiten wenig bedeutsamer Risikofaktor, der vor allem in tropischen und subtropischen Ländern eine Rolle spielt, ist eine Infektionskrankheit, die Bilharziose (Schistosomiasis). Sie wird durch bestimmte, in Wasserschnecken lebende Saugwürmer (Schistosomen) hervorgerufen, die über die Haut in den Körper eindringen und durch das Blut in die Harnblase gelangen. Sie verursachen schwere Entzündungen vor allem auch der Harnwege, die im weiteren Verlauf zur Entstehung von Harnblasenkrebs führen können.

Langjährige und wiederholte Entzündungen der Harnblase, Blasensteine, schwere Blasenfehlbildungen, eine langjährige Katheterbehandlung sowie bestimmte Nierenerkrankungen können die Entstehung von Blasenkrebs begünstigen. Zellgifte, die bei einer vorausgegangenen Chemotherapie eingesetzt wurden, haben ebenfalls eine gewisse krebsauslösende (kanzerogene) Wirkung.

Krankheitszeichen
Das typische Erstsymptom beim Harnblasenkrebs ist die schmerzlose Blutung aus der Blase (Hämaturie). Allerdings wird nur eine starke Blutung auch offensichtlich, der Urin erscheint dann rotbraungefärbt (Makrohämaturie). Oft ist die Blutbeimengung aber so gering, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen (Mikrohämaturie).

Uncharakteristische Beschwerden können Schmerzen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang sein, was oft zur Fehldiagnose einer Blasenentzündung führt. Außerdem können Schmerzen im Blasen- und Dammbereich auftreten. Im Spätstadium der Erkrankung deuten Flankenschmerzen auf eine durch das Tumorwachstum bedingte Nierenstauung hin. Gewichtsverlust, Leistungsminderung und eine Blutarmut sind allgemeine Symptome einer Krebserkrankung.

Verlauf
Verlauf und Prognose bei Harnblasenkrebs hängen davon ab, wie tief der Tumor in die Harnblasenwand eingedrungen ist und wie aggressiv er ist, ob die Blasenwand bereits überschritten und benachbartes Gewebe befallen ist, ob und wenn eine solche Absiedlung eingetreten ist, wie viele Lymphknoten befallen sind und ob der Tumor bereits in weiter entferntere Körperregionen gestreut hat (Fernmetastasen). Oberflächliche und wenig aggressive Karzinome haben die beste Aussicht auf Heilung.

Diagnostik Harnblasenkrebs

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosestellung ist die Spiegelung der Harnblase (Zystoskopie). Dabei wird in örtlicher Betäubung ein dünnes Rohr durch die Harnröhre in die Harnblase vorgeschoben. Über eine Optik kann der Arzt so das Innere der Harnblase betrachten und auf Veränderungen hin untersuchen.

Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss über Allgemeinzustand und etwaige Entzündungen geben. Durch Urinproben können Hinweise auf Entzündungen und bösartige Veränderungen gefunden werden. Hierzu können sowohl die Zytologie (Untersuchung des Urins auf bösartige Zellen) als auch Tumormarker im Urin (NMP22) eingesetzt werden. Durch Röntgenaufnahmen der Nieren mit Kontrastmittel (Ausscheidungsurogramm) wird beurteilt, ob Nierenbecken und Harnleiter vom Tumor befallen sind. Da diese Organe von der gleichen Zellart ausgekleidet sind wie die Harnblase, kann auch dort der Krebs entstehen.

Im Anschluss erfolgt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und ein Röntgenbild der Lunge, die dem Ausschluss von Tochtergeschwülsten (Metastasen) dienen. Um die Ausdehnung des Tumors festzustellen, gehört eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztomografie mittlerweile auch zum diagnostischen Standard beim Harnblasenkarzinom.

Erhärtet sich bei den genannten Untersuchungen der Verdacht auf Blasenkrebs, wird zur Sicherung der Diagnose im Rahmen einer transurethralen Resektion (TUR) eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Dabei wird Blasenschleimhautgewebe über eine Blasenspiegelung entnommen und feingeweblich untersucht (histologische Untersuchung). Oberflächlich wachsende Tumore können bei diesem Verfahren direkt entfernt werden.

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