Menière-Krankheit

Krankheitsbild Menière-Krankheit

Was ist die Menière-Krankheit?
Die Menière-Krankheit beschreibt das gemeinsame Auftreten von Drehschwindel mit Hörminderung, Ohrgeräusch (Tinnitus) und Ohrdruckgefühl auf dem betroffenen Ohr infolge einer übermäßigen Ansammlung von Flüssigkeit (Endolymphe) im Innenohr.

Entstehung
Der Menière-Krankheit liegt eine Störung im Innenohr zugrunde. Dabei ist die Bildung und Aufnahme der sich im Innenohr befindlichen Flüssigkeit, der Endolymphe, gestört. In der Endolymphe sind elektrisch geladene Mineralsalze enthalten, vor allem Kalium. Eine erhöhte Anzahl dieser elektrisch geladenen Teilchen kann zu einer vermehrten Wasseransammlung (Hydrops) im Innenohr und im Gleichgewichtsorgan führen. Dünne Häutchen (Membranen) im Innenohr können durch den erhöhten Druck sogar einreißen. Infolgedessen kann bei Menière-Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit plötzlich und ohne Vorwarnung eine Attacke auftreten, die Minuten bis Stunden andauern kann.

Die genaue Ursache der Menière-Krankheit ist bisher unbekannt.

Krankheitszeichen
Die charakteristischen Anzeichen, die bei der Menière-Krankheit vorkommen, sind:

  • Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen
  • einseitiges Ohrensausen beziehungsweise Geräuscheindrücke, die nicht durch ein äußeres Schallereignis ausgelöst werden (Tinnitus), besonders im Tief- und Mitteltonbereich
  • einseitige, vorübergehende Hörminderung oder Hörverlust, häufig von einem Druckgefühl im betroffenen Ohr begleitet

Manchmal ist der Schwindel so ausgeprägt, dass sich der Betroffene nicht mehr auf den Beinen halten kann. Es kann zu Stürzen (sogenannte vestibuläre drop attacks) und so zu schweren Verletzungen kommen.

Diagnostik Menière-Krankheit

Zunächst führt der Arzt mit dem Patienten ein ausführliches Gespräch bezüglich dessen Krankheitsbild und seiner Beschwerden (Anamnese). Bei der Diagnostik ist es vor allem wichtig, die Ursache des Drehschwindels herauszufinden: Da Schwindel bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen als Krankheitszeichen auftreten kann, müssen andere Krankheiten ausgeschlossen werden.

Bei der Einordnung von Schwindel ist zunächst Art, Dauer und Auslösbarkeit des Schwindels wichtig: Handelt es sich um einen Drehschwindel, um Schwankschwindel oder Benommenheitsschwindel? Wie wird der Schwindel ausgelöst und wie lange hält er an? Diese Informationen sind für den Arzt bei der Diagnose sehr wichtig – anderen Ergebnissen von Untersuchungen mit medizinischen Geräten (apparativen Befunden) kommt bei einer guten Beantwortung dieser Fragen dann eine eher nachrangige Bedeutung zu. Bei der körperlichen Untersuchung werden unter anderem die Augenbewegungen genau untersucht, welche unter anderem über das Innenohr gesteuert werden.

Bildgebende Verfahren, wie Röntgenaufnahmen, Computertomografie (CT)- oder Magnetresonanztomografie (MRT)-Untersuchungen können sinnvoll sein, um Entzündungen oder Geschwülste (Tumoren, zum Beispiel im Innenohr) ausschließen zu können und um Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen zu bekommen. Bei einer Röntgenuntersuchung wird der Körper mit Röntgenstrahlen bestrahlt, die von verschieden dichten Geweben unterschiedlich stark aufgenommen werden. So entsteht durch Verschattung und Aufhellung eine Abbildung des Körperinneren. Bei einer CT werden zur detaillierten Ansicht Schnittbilder des Körpers aufgenommen. Dazu umkreist eine Röntgenröhre den Patienten und sendet gleichzeitig ein dünnes Röntgenstrahlbündel aus, um den zu untersuchenden Bereich aus mehreren Richtungen zu röntgen.

Die Magnetresonanztomografie stellt ebenfalls Details in Schnittbildern dar. Dazu setzt sie allerdings keine Röntgenstrahlen ein, sondern ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Besteht der Verdacht auf Durchblutungsstörungen der Halsgefäße, die auch das Ohr versorgen, kann man mittels Ultraschall (Doppler- oder Duplex-Sonografie) oder Röntgenuntersuchungen (Angiografie) mögliche Verengungen erkennen. Eine Untersuchung mithilfe des Ultraschalls kommt gänzlich ohne Strahlenbelastung aus. Das Prinzip beruht auf der Anwendung von Ultraschallwellen, die in den Körper gelenkt werden. Dort werden sie je nach Struktur und Konsistenz des zu untersuchenden Gewebes reflektiert, das Echo wird registriert und in ein Bild vom Inneren des Körpers umgewandelt.

Bei der Menière-Krankheit ist bei all diesen Untersuchungen keine Auffälligkeit zu finden. Wenn sich bei diesen Untersuchungen Veränderungen und Auffälligkeiten zeigen, liegen dem Schwindel meist andere Ursachen als die Menière-Krankheit zugrunde.

Der Arzt führt eine Untersuchung des Ohres durch. Dazu verwendet er einen Ohrtrichter und ein Ohrmikroskop. Beim Ohrtrichter handelt es sich um ein trichterförmiges Instrument, das in den Gehörgang eingeführt wird. Durch das Ohrmikroskop sieht der Arzt mit Vergrößerung und Beleuchtung in den Gehörgang. Vor der Ohrmikroskopie muss der Gehörgang in manchen Fällen zunächst durch eine Absaugung gereinigt werden. Es werden beide Trommelfelle nacheinander untersucht.

Es schließen sich Hörprüfungen an. Gemessen werden zum Beispiel die sogenannten otoakustischen Emissionen: Dabei handelt es sich um die Verstärkung von Schallwellen durch Hörzellen im Innenohr, was durch aktives Arbeiten während des Hörvorgangs hervorgerufen wird. Dadurch kommt es zu sehr leisen Schallwellen, die aus dem Ohr austreten und die über ein in den Gehörgang eingeführtes sehr empfindliches Mikrofon gemessen werden können. Mit dieser Methode kann bei gesundem Mittelohr die Leistung des Innenohrs für die einzelnen Tonhöhen bestimmt werden. Die Funktionsfähigkeit des Gleichgewichtsorgans lässt sich ebenfalls in unterschiedlichen Tests überprüfen. Bei einer Erkrankung am Morbus Menière lässt sich in der Regel eine Hörminderung auf dem betroffenen Ohr feststellen.

Ein Arzt, der auf Fehlbildungen des Stütz- und Bewegungsapparates spezialisiert ist (Orthopäde), kann Schäden der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks diagnostizieren. Störungen der Funktion dieser Strukturen können offensichtlich einen Einfluss auf die Häufigkeit der Anfälle haben.

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