Meningeom

Krankheitsbild Meningeom

Was ist ein Meningeom?
Von den Hirnhäuten (Meningen) des Zentralen Nervensystems (ZNS) ausgehende Geschwülste (Tumore) werden als Meningeome bezeichnet. Sie sind in den meisten Fällen gutartig und wachsen nicht in das Gewebe des Gehirns ein. Nur die sehr selten vorkommenden malignen (bösartigen) Meningeome bilden Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen.

Entstehung
Die genaue Ursache für die Entstehung eines Hirnhauttumors ist nicht bekannt. Bestimmte Veränderungen im Erbgut scheinen die Krankheit allerdings zu begünstigen. Sie kommt häufig im Rahmen der erblichen Erkrankung Neurofibromatose Typ 2 vor.

In den meisten Fällen sind Hirnhauttumore gutartig und wachsen langsam über Jahre. Das Gehirn wird von Schädelknochen umgeben und ist damit der bestgeschützte Teil des Körpers. Es werden drei Hirnhäute voneinander unterschieden. Sie überziehen wie eine Schutzhülle das Rückenmark und das Gehirn. Die innenliegende wird als zarte Hirnhaut (Pia mater) bezeichnet. Außen liegt die sogenannte harte Hirnhaut (Dura mater), die die Schädelknochen bedeckt. Zwischen den weichen und den harten Hirnhäuten liegt die Arachnoidea, die Spinnwebenhaut. Sie liegt der zarten Hirnhaut an und bildet mit ihr zusammen die weiche Hirnhaut. Meningeome entstehen aus den Deckzellen der weichen Hirnhaut und liegen der harten Hirnhaut von innen an. Vom umgebenden Hirngewebe grenzen sie sich durch eine Kapsel ab und sind gut durchblutet. Sie vergrößern sich unkontrolliert und drücken wegen der beengten räumlichen Verhältnisse im Schädelinnern irgendwann auf das gesunde, funktionierende Hirngewebe (Raumforderung). In seltenen Fällen ist das Meningeom bösartig, sodass es in das gesunde Gehirn oder den Schädelknochen hineinwächst und diese zerstört. In diesem Fall bildet es Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen.

Krankheitszeichen
Die ersten Anzeichen eines Hirnhauttumors können vielfältig sein und hängen von der Stelle im Gehirn ab, an der der Tumor liegt. Die Ursache der Beschwerden liegt vor allem im verdrängenden Tumorwachstum, da das Meningeom durch seine zunehmende Größe auf Nerven oder Hirnzentren drücken kann. Hinweise auf eine Raumforderung im Gehirn sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Sprach-, Hör- und Geruchsstörungen, verschwommenes Sehen und Ausfälle im Blickfeld. Aber auch Veränderungen im Verhalten und im Wesen wie Gereiztheit, Vergesslichkeit, Antriebslosigkeit und unkontrollierte Wutanfälle können durch ein Tumorwachstum an den Hirnhäuten bedingt sein. Ein Meningeom kann sich außerdem durch Krampfanfälle (epileptische Anfälle) bemerkbar machen. Dabei verkrampfen sich die Arme und/oder Beine, die Augen blicken zur Seite. Die Betroffenen sind zum Teil bewusstlos.

Bei einem bösartigen Meningeom kommt es zu Funktionsausfällen der Hirnregion, die sich zum Beispiel als plötzlich auftretende Bewegungsstörung äußern können.

Die World Health Organization (WHO) unterscheidet drei Meningeom-Schweregrade:

  • Grad I-Tumoren sind gutartig und können im Rahmen einer Operation meist komplett entfernt werden. Acht bis neun von zehn Meningeomen sind Grad I-Tumoren.
  • Grad II-Tumoren zeichnen sich durch eine erhöhte Wachstumsfähigkeit aus. Nach einer operativen Entfernung können sie sich erneut entwickeln (Rezidiv). Etwa eines von zehn Meningeomen ist Grad II zuzuordnen.
  • Grad III umfasst die seltenen bösartigen Tumoren der Hirnhäute. Diese können sich durch die Bildung von Metastasen in anderen Organen über den Körper verteilen. Nach der Operation ist oft noch eine Strahlentherapie notwendig.

Diagnostik Meningeom

Viele Meningeome sind reine Zufallsbefunde, die anlässlich anderer Untersuchungen diagnostiziert werden.

Hat der Patient entsprechende Beschwerden, werden diese in einem ausführlichen Gespräch mit dem behandelnden Arzt besprochen (Anamnese). Berichtet der Patient beispielweise über zunehmende Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Sprachstörungen oder Lähmungen, so kann das auf ein Meningeom hinweisen.

Auf eine gründliche körperliche Untersuchung, in der der Arzt beispielsweise das Herz abhört sowie den Blutdruck und den Puls misst, folgt eine Untersuchung des Nervensystems. So können Hinweise auf eventuelle nervenbedingte Störungen und Ausfälle gewonnen werden. Der Arzt überprüft unter anderem die Reflexe, die körperliche Kraft und das Empfindungsvermögen.

Die Beurteilung eines Meningeoms kann durch eine Computertomografie (CT) des Schädels – sowohl mit als auch ohne vorherige Gabe eines Kontrastmittels – erfolgen. Während einer Röntgenuntersuchung wird der Körper mit Röntgenstrahlen bestrahlt, die von unterschiedlich dichten Geweben unterschiedlich stark aufgenommen werden, sodass durch Verschattung und Aufhellung eine Abbildung des Körperinneren entsteht. Bei einer CT passiert genau das Gleiche. Hier werden allerdings sogenannte Schichtbilder erstellt, aus denen dann per Computer ein zweidimensionales Bild errechnet wird. Das Kontrastmittel ermöglicht ein besseres Erkennen einzelner Strukturen und der Ausdehnung von Tumoren.

Eine Magnetresonanztomografie (MRT) wird bevorzugt zur Diagnostik eingesetzt. Diese Methode bildet Details des Gehirns in Schnittbildern ab. Dazu setzt sie keine Röntgenstrahlen ein, sondern ein starkes Magnetfeld und Radiowellen. Mithilfe dieser Untersuchungstechnik lässt sich geschädigtes Hirngewebe gut abbilden, insbesondere wenn für eine weitere Untersuchung ein Kontrastmittel eingesetzt wird. Um die genaue Lage des Hirntumors und der Blutgefäße im Gehirn bestimmen zu können und so mit dem Tumor im Zusammenhang stehende Gefäße einzusehen, kann unter Umständen zusätzlich eine Magnetresonanzangiografie (MRA) durchgeführt werden.

In manchen Fällen ist zusätzlich eine Computertomografie (CT) notwendig. Bei einer Computertomografie des Kopfes werden ebenfalls Schnittbilder des Gehirns aufgenommen. Eine Röntgenröhre umkreist dabei den Patienten und sendet gleichzeitig ein dünnes Röntgenstrahlbündel aus, um das Gehirn aus mehreren Richtungen zu röntgen. Bei einer CT können insbesondere Verkalkungen festgestellt und gegen einen Tumor abgegrenzt werden. Gegebenenfalls werden CT oder MRT zusammen mit einer Positronenemissionstomografie (PET) durchgeführt. Dabei wird eine markierte Substanz (in der Regel Aminosäuren, die radioaktiv markiert werden) gespritzt, mit deren Hilfe der Stoffwechsel der Körperzellen dreidimensional sichtbar gemacht werden kann.

Ein Elektroenzephalogramm (EEG) zeichnet die Hirnströme auf und kann so Hinweise auf Funktionsstörungen des Gehirns geben. Eine örtliche Veränderung der Hirnströme im EEG kann auf einen Hirntumor hinweisen.

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