Nasenfurunkel

Krankheitsbild Nasenfurunkel

Was ist ein Nasenfurunkel?
Bei einem Furunkel handelt es sich um eine knotenförmige, eitrige Entzündung einzelner oder mehrerer Strukturen um die Nasenhaarwurzel (Haarfollikel) der Haut, die durch Bakterien ausgelöst werden kann.

Entstehung
Der Entstehung eines Furunkels geht eine Infektion voraus, meist durch Bakterien der Gattung Staphylococcus aureus. Diese entsteht häufig durch eine sogenannte Selbstinfektion (Autoinokulation): Wenn der Patient durch Schmierinfektion die Krankheitserreger von einem infizierten Körperteil auf ein anderes überträgt, wie beispielsweise von den Händen auf die Nasenschleimhaut. Grundsätzlich kann ein Furunkel überall dort entstehen, wo Haare sind. Zunächst bewirkt die Infektion eine Entzündung von oberflächlichen Teilen des Haarfollikels (Follikulitis). Im nächsten Schritt kommt es zu einer tiefer in den Haarfollikel eindringenden Infektion mit Begleitentzündung der umgebenden Strukturen (Perifollikulitis). Schlussendlich kann die Entzündung in das tiefere Gewebe eindringen und den gesamten Haarfollikel betreffen (Furunkel).

Ein Nasenfurunkel kann im Bereich der Nasenspitze oder des Naseneingangs entstehen. Von dort aus kann es sich zum Nasensteg oder auch in die umgebenden Weichteile der Oberlippe und zum Nasenrücken ausbreiten. Quetschen oder Kratzen an einer von der Entzündung betreffenden Hautstelle können durch die bakterienhaltigen Eiteransammlungen für eine Ausbreitung von kleineren Entzündungen in das umgebende Gewebe sorgen. Bei der Entstehung eines Furunkels kommt es in der Mitte der entzündeten Hautfläche zu einer eitrigen Verflüssigung von Gewebe, einer sogenannten zentralen Einschmelzung. In dessen Folge kann es außerdem zu einem Absterben von Gewebe (Nekrose) kommen.

Ein gesteigertes Risiko für die Entstehung eines Furunkels besteht bei geschwächter Immunabwehr (zum Beispiel bei unter der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder dauerhaften Infektions- und Stoffwechselkrankheiten leidenden Personen). Auch eine Erkrankung der Haut, die nicht durch eine Infektion zustande gekommen ist (Ekzem), erhöht das Risiko. Aber auch Faktoren wie eine nicht ausreichende Desinfektion nach der Rasur können den Bakterien die Infektion erleichtern.

Ein Nasenfurunkel kann zu schweren Komplikationen führen, wenn sich die Entzündung im Gesicht und entlang der Venen zum Auge und weiter zum Gehirn ausbreitet. Dies ist möglich, weil die Gesichtsvenen im Bereich der inneren Augenwinkel mit den Venen des Gehirns in Verbindung stehen. Wenn die Bakterien in die Blutbahn des Kopfes gelangen, können sie dort eine Entzündung oder eine Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Gefäßen, eine Entzündung der Hirnhaut oder eine Blutvergiftung (Sepsis) bewirken.

Krankheitszeichen
Aus den im Rahmen einer Follikulitis entstandenen knötchenförmigen (Papeln) und eitergefüllten Bläschen (Pusteln) entstehen harte, bis zu einem halben bis zwei Zentimeter große Schwellungen. Sie sind gerötet und weisen in der Mitte einen Eiterpfropf auf. Nasenfurunkel sind sehr schmerzhaft, besonders beim Kauen und Sprechen. Die betroffenen Hautbereiche der Nasenspitze, des Naseneingangs oder des Nasenstegs zwischen den Nasenlöchern sind gerötet und geschwollen. Die vordere Nase fühlt sich stark gespannt an. Auch die umgebenden Weichteile wie die Oberlippe können anschwellen. Im Rahmen der Entzündung tritt oft auch Fieber auf und der Erkrankte fühlt sich abgeschlagen.

Diagnostik Nasenfurunkel

In der Regel kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) ein Furunkel innerhalb der Nase mittels eines Nasenspreizers mit dem bloßen Auge erkennen (Blickdiagnose). Bei nach der Heilung erneut auftretenden Furunkeln (Rezidive) wird in manchen Fällen eine sogenannte mikrobiologische Diagnostik angewendet. Diese dient der Bestimmung der Krankheitserreger, um die von ihnen ausgelösten Beschwerden schnell und gezielt behandeln zu können.

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