Pfeiffersches Drüsenfieber

Krankheitsbild Pfeiffersches Drüsenfieber

Was ist das Drüsenfieber?
Beim Drüsenfieber handelt es sich um eine Infektion, die durch ein Virus (Epstein-Barr-Virus, EBV) aus der Familie der Herpesviren hervorgerufen wird. Bei den Zellen des Lymphsystems kommt es zu einer gesteigerten Zellzahl und einem vergrößerten Volumen und dadurch zu einem krankhaften Wachstum von lymphatischem Gewebe und Organen wie beispielsweise Leber und Milz.

Entstehung
Eine Ansteckung und eine Infektion durch das Virus erfolgen in der Regel bei engen Kontakten durch die Aufnahme von virushaltigem Speichel, also über den Mund. Selten wird das Drüsenfieber durch das Einbringen fremden Blutes (Bluttransfusion) oder eines Spenderorgans (Organtransplantation) übertragen. Das Epstein-Barr-Virus dringt in die Zellen der Nasen-Rachenschleimhaut und die weißen Blutkörperchen  (B-Lymphozyten) ein und vermehrt sich dort. Die Zeit zwischen der Infektion des  Virus und dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt acht bis 21 Tage. Die Krankheit dauert üblicherweise zwei bis drei Wochen und verläuft in den meisten Fällen mild und ohne Komplikationen. Nur sehr selten dauert sie länger an.

Mögliche, aber seltene Komplikationen sind:

  • zusätzliche Infektionen mit Bakterien, insbesondere bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem
  • Milzriss
  • Leberentzündung (Hepatitis)
  • Krankheiten des Nervensystems, zum Beispiel Gehirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis)
  • Störungen in der Blutbildung (Verminderung Blutzellen)
  • Atembeschwerden durch stark geschwollene Mandeln (Tonsillitis) und Rachenentzündung (Pharyngitis)
  • Lungenentzündung
  • Herzmuskel-, Herzbeutelentzündung
  • bösartige Geschwülste (Tumoren), zum Beispiel im Lymphsystem oder im Nasenrachenraum 

Ist das Drüsenfieber abgeklungen, hinterlässt es in der Regel eine lebenslange Immunität, das bedeutet, der Betroffene kann nicht mehr daran erkranken. Drüsenfieber kommt insgesamt weltweit recht häufig vor. Die Infektion durch das EBV kann in jedem Alter erfolgen, meist sind jedoch junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren betroffen.

Krankheitszeichen
Kinder zeigen häufig nur leichte Beschwerden wie Fieber (38 bis 39 Grad Celsius) und Müdigkeit, sodass das Drüsenfieber oft gar nicht erkannt wird. Die Krankheit geht bei ihnen meist schnell vorüber. Bricht die Erkrankung bei Jugendlichen oder Erwachsenen aus, dauert sie in der Regel länger (eine Woche bis mehrere Monate) an und zeigt ein typisches Krankheitsbild.

Die Erkrankung beginnt mit grippeähnlichen Krankheitszeichen. Typisch sind extreme Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie schmerzhafte und dick geschwollene Lymphknoten, besonders am Hals. Es können aber auch die Lymphknoten des gesamten Körpers betroffen sein. Zusätzlich können aufgrund einer Entzündung der Rachenmandeln und des Rachens Halsschmerzen bestehen. Die geschwollenen Mandeln können mit grauweißem Belag bedeckt sein. Bei der Hälfte der Erkrankten sind die Milz, seltener auch die Leber schmerzhaft geschwollen. Begleitend können Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten.

Im Verlauf kann es zusätzlich zu folgenden Krankheitszeichen kommen:

  • Vergrößerung der Milz (Splenomegalie)
  • Vergrößerung der Leber (Heptomegalie), manchmal mit sichtbarer hell- bis dunkelgelber Färbung von Haut, Schleimhaut und Bindehaut des Auges (Ikterus)
  • Hautausschlag (Exanthem) am gesamten Körper
  • Entzündung der Hirn- und Rückenmarkhäute (Meningitis)
  • Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)

Diagnostik Pfeiffersches Drüsenfieber

Der Arzt stellt die Diagnose anhand des typischen Krankheitsbildes. In der Regel kommt es auch zu einer Vermehrung der Leukozytenzahl (Leukozytose), von denen sechs bis acht von zehn Zellen sogenannte lymphoide Zellen (Downey- oder Pfeiffer-Zellen) sind. Diese entsprechen angeregten Blutzellen, die für die Erkennung von Fremdstoffen zuständig sind (Lymphozyten).

Ergänzend können Blutuntersuchungen durchgeführt werden, um natürlich vorkommende Eiweißmoleküle (Antikörper gegen das EBV) im Blut nachzuweisen, die körperfremde und gegebenenfalls auch körpereigene Strukturen als sogenannte Antigene erkennen, sich an ihnen festheften und sie so für das Immunsystem erkenn- und angreifbar machen. Im Kleinkindalter sind diese Antikörper jedoch nicht immer nachweisbar.
Bei Patienten mit einer verringerten oder nicht vorhandenen Immunabwehr sollte die Konzentration der Viren (Viruslast) im Blut gemessen werden. Bei dieser Methode wird das Erbgut der Viren nachgewiesen.

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.