Speichelsteinleiden

Krankheitsbild Speichelsteinleiden

Was ist ein Speichelsteinleiden?
Steine in den Speicheldrüsen oder in ihren Ausführgängen können den natürlichen Speichelfluss behindern. Typischerweise kommt es zu Schmerzen und Schwellungen beim Essen. Die Absonderung des Speichels im Mund leitet den Verdauungsprozess ein und unterstützt das Schlucken.

Entstehung
Die Krankheit kann die unterschiedlichen Mundspeicheldrüsen betreffen. Besonders häufig bilden sich Steine in der Speicheldrüse des Unterkiefers. Seltener ist die Ohrspeicheldrüse betroffen. Die Steine können wenige Millimeter, aber auch mehrere Zentimeter groß sein.
Vermutlich entstehen die Steine, wenn sich die Zusammensetzung des Speichels verändert. Warum einige Menschen Speichelsteine bekommen, ist noch nicht abschließend geklärt.

Krankheitszeichen
Beschwerden entwickeln sich besonders dann, wenn der Stein groß ist oder in den Ausführgang der Speicheldrüse wandert und diesen verengt oder verschließt.
Dann staut sich das Sekret auf, es kommt zu einer Mundtrockenheit, und die betroffene Drüse schwillt spür- und meist auch sichtbar an. Vor allem beim Essen machen sich Schwellungen und Schmerzen bemerkbar, weil dann mehr Speichel abgesondert wird.
Da der behinderte Abfluss eine Ansiedelung von Keimen begünstigt, können Speichelsteine zu einer Speicheldrüsenentzündung führen.
Speichelsteine können auch vorliegen, ohne sich durch Symptome bemerkbar zu machen.

Diagnostik des Speichelsteinleidens

Die Diagnose stellt der Arzt nach genauer Befragung (Anamnese) und Untersuchung des Patienten: Bei einigen Betroffenen ist der Stein tastbar oder mit einer Speichelgangsonde nachweisbar. Manchmal ist er auch – mit der begleitenden Schwellung in den Ausführungsgängen vor den Mündungen im Mund – sichtbar. Ultraschalluntersuchungen haben sich bewährt, um Speichelsteine nachzuweisen. In besonderen Situationen können auch Röntgenuntersuchungen, eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sowie eine Endoskopie der Ausführgänge helfen. Bei der Sialografie werden die Speichelgänge mit einem Kontrastmittel markiert und anschließend radiologisch dargestellt.

Therapie des Speichsteinleidens

Speichelsteine sollten behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursachen. Ziel der Therapie ist es, die Steine zu entfernen, Symptome zu lindern und die Speicheldrüsen − wenn möglich − zu erhalten. Die Therapie hängt stark von der Lage und Größe des Steines ab.

Der Arzt versucht, kleine Steine zunächst durch Anregung des Speichelflusses auszuschwemmen. Hierbei helfen Massagen oder Medikamente. In einfachen Fällen genügt es, den Ausführungsgang der Drüsen etwas zu erweitern, was zu einem spontanen Abgehen des Steines führt.

Zeigt diese Behandlung keinen ausreichenden Erfolg, kommen andere Behandlungsmöglichkeiten infrage, je nach Größe und Lage der Speichelsteine.

  • Fangkörbchen: Liegen die Steine in den Ausführgängen, können sie mit einem Fangkörbchen und einem Endoskop entfernt werden.
  • Gangschlitzung: Bei dem kleinen operativen Eingriff werden die Steine unter örtlicher Betäubung herausbefördert.
  • Stoßwellentherapie: Stoßwellen zertrümmern von außen die Speichelsteine. Die kleinen Bruchstücke gelangen auf natürlichem Wege mit dem Speichel aus der Drüse oder werden mithilfe eines Spezialendoskops herausgespült.
  • operative Entfernung: Sind andere Therapien nicht erfolgreich, kehrt die Entzündung wieder, haben sich viele oder sehr große Steine gebildet oder sind sie mit umliegendem Gewebe verwachsen, kann die betroffene Speicheldrüse komplett herausgenommen werden.

Entzündungen werden begleitend mit Antibiotika behandelt.

Prävention und Vorsorge Speichelsteinleiden

Eine gründliche Zahnpflege und Mundhygiene sowie ausreichende Flüssigkeitsaufnahme helfen, der Ansiedlung von Keimen und somit einer Entzündung vorzubeugen. Saure Getränke, Bonbons oder Kaugummis fördern die Produktion und den Abfluss von Speichel.

Nach einer Behandlung können sich wieder Speichelsteine bilden. Wer schon einmal Speichelsteine hatte, kann mit seinem Arzt klären, ob und wann Kontrolluntersuchungen sinnvoll sind.
Ansprechpartner für Diagnose und Therapie sind Hals-Nasen-Ohren Ärzte.

Disclaimer

Dieser Text dient ausschließlich der Information und soll Erkrankten und ihren Angehörigen erste Inhalte vermitteln, um einzelne Untersuchungs- und Therapieschritte besser verstehen zu können. Diese Informationen ersetzen keinen Arztbesuch und sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.
Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Erstellungsdatum: 01.10.2005
Letzte Aktualisierung: 01.07.2018

Herausgeber: Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

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