Struma

Krankheitsbild Struma

Was ist eine Struma?
Bei einer Struma, im Volksmund Kropf genannt, handelt es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse.

Entstehung
Die häufigste Ursache des Kropfes ist die mangelnde Aufnahme von Jod mit der Nahrung. Durch einen Jodmangel kann die Schilddrüse keine ausreichenden Mengen der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) produzieren, bei denen Jod ein wesentlicher Bestandteil ist. Um diesen Mangel durch Bildung neuer Drüsenzellen auszugleichen, regt die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) die Schilddrüse zum Wachstum an. Dadurch vergrößert sich das Organ. Die Betroffenen entwickeln eine Struma. In den meisten Fällen ist die Struma gutartig, das heißt: Sie wird nicht durch Entzündungen verursacht und die Hormonproduktion entspricht Normalwerten (euthyreote Struma).

Eine Struma kann auch im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftreten (hyperthyreote Struma). Hier ist die Regulation der Hormonproduktion zwischen Gehirn und Hirnanhangsdrüse gestört. Die Schilddrüse produziert erhöhte Hormonmengen, weil sie sich den körpereigenen Regulationsmechanismen der Hormonproduktion entzieht (Autonomie).
Seltener kann eine Struma auch im Rahmen einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftreten (hypothyreote Struma). In diesem Fall versucht die Schilddrüse, die zu geringe Hormonproduktion durch die Bildung von mehr Gewebe zu kompensieren.

Auch die Einnahme von Medikamenten kann die Entstehung einer Struma verursachen. Ein Beispiel ist Lithium, ein Medikament, das beispielsweise bei manisch-depressiver Erkrankung eingenommen wird. Es hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse und erzeugt dadurch einen Jodmangel im Organ.

Krankheitszeichen   
Eine vergrößerte Schilddrüse lässt sich bei zurückgeneigtem Kopf ertasten und bei deutlicher Vergrößerung auch sehen. Diese Veränderung kann mit oder ohne Knotenbildung einhergehen. Zusätzlich können Missempfindungen beim Tragen hochgeschlossener Kleidung, Schluckbeschwerden, ein Engegefühl im Halsbereich, Störungen beim Einatmen bis hin zum Gefühl der Luftnot auftreten. Die Halsvenen können hervortreten. Die Stimme kann heiser werden.
Wenn die Struma mit einer gestörten Produktion von Schilddrüsenhormonen einhergeht, können weitere Krankheitszeichen auftreten. Hinweise auf eine Schilddrüsenüberfunktion können sein: Nervosität, Zittern, schneller Herzschlag, Gewichtsverlust trotz Appetitanstiegs, übermäßiges Schwitzen, Durchfälle und Haarausfall. Hinweise für eine Schilddrüsenunterfunktion können sein: Müdigkeit, Leistungsminderung, Antriebslosigkeit, Verlangsamung, Depressionen, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, Verstopfung, heisere und raue Stimme, trockene und teigige Haut.

Verschiedene Ausprägungen/Verläufe
Unbehandelt kann sich die Schilddrüse je nach Ursache weiter vergrößern. Dabei kann die Funktion benachbarter Organe wie Luftröhre oder Nerven- und Gefäßstränge beeinträchtigt werden. Geht die Struma mit einer Über- oder Unterfunktion einher, treten die dadurch verursachten Beschwerden meist in den Vordergrund und können den gesamten Körper schädigen. Eine gutartige Schilddrüsenfunktionsstörung kann in sehr seltenen Fällen unbehandelt in eine bösartige Krebserkrankung, das Schilddrüsenkarzinom, übergehen. Deshalb sollte bei vergrößerter Schilddrüse und bei Beschwerden, die auf eine Über- oder Unterfunktion hindeuten, ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnostik Struma

Nach dem Gespräch mit einem Arzt über die vorliegenden Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung werden sich in der Regel folgende Untersuchungen anschließen:

  • Eine Blutuntersuchung zur Bestimmung des Hormons Thyreotropin (TSH) und eventuell zur Bestimmung von T3 und T4.
  • Eine Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung von Form, Größe und Aufbau der Schilddrüse. Sie kann knötchenförmige Veränderungen des Schilddrüsengewebes sichtbar machen.
  • Eventuell wird mittels einer Szintigrafie die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse überprüft. Für diese Untersuchung wird eine schwach radioaktive Substanz (Technetium) in die Vene gespritzt, die von der Schilddrüse aufgenommen wird. Eine spezielle Kamera macht die dort abgegebene Strahlung sichtbar. Sie ermöglicht eine Beurteilung, wie stark einzelne Bereiche der Schilddrüse Jod aufnehmen. Dadurch lassen sich knotenförmige Veränderungen mit hoher Hormonbildung („warme“ beziehungsweise „heiße“ Knoten) und solche, die nur noch wenige oder gar keine Hormone mehr bilden („kalte“ Knoten), unterscheiden.

Als weiterführende Untersuchungen sind etwa zusätzliche Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes und der Luftröhre, Schichtaufnahmen mittels Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) möglich. Auch kann die Entnahme von Schilddrüsengewebe (Feinnadelbiopsie) für eine feingewebliche Untersuchung erforderlich sein, um eine bösartige Schilddrüsenerkrankung wie das Schilddrüsenkarzinom auszuschließen.

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