Trigeminusneuralgie

Krankheitsbild Trigeminusneuralgie

Was ist eine Trigeminusneuralgie?
Eine Trigeminusneuralgie ist ein attackenartig auftretender, über Sekunden anhaltender, blitzartig einschießender und stechender Schmerz in einem oder mehreren Bereichen des Gesichts, der durch eine Störung eines Hirnnervs (Trigeminusnerv) hervorgerufen wird.

Entstehung
Der Trigeminusnerv hat im Bereich des Gehirns seinen Ursprung. Er ist in drei Hauptäste geteilt, die zur Stirn, zum Oberkiefer und zum Unterkiefer ziehen. In der Hauptsache ist er für die Gefühlsempfindungen in den jeweiligen Gesichtshälften verantwortlich. Bei einer Trigeminusneuralgie treten charakteristische Nervenschmerzen (Neuralgien) im Bereich des Trigeminusnervs auf. Meist sind nicht alle drei Nervenäste gleichermaßen betroffen, es können einer oder mehrere beteiligt sein.

Es werden zwei Formen der Erkrankung unterschieden: die klassische und die symptomatische Trigeminusneuralgie. Die klassische Form tritt oft erst nach dem 50. Lebensjahr auf, Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Beteiligt sind vor allem zwei der drei Hauptäste. Bei den meisten Patienten werden die Beschwerden durch einen kleinen Ast eines Blutgefäßes verursacht, der durch Druck auf die Nerven Schmerzen auslöst. Durch verschiedene Reize wie Kälte, Sprechen, Niesen oder Berührung bestimmter Stellen im Gesicht kann der Schmerz ausgelöst werden. Er tritt manchmal jedoch ohne erkennbaren Auslöser auf. Die symptomatische Krankheitsform tritt meist vor dem 40. Lebensjahr auf. Sie ist die Folge anderer Erkrankungen, die eine Schädigung des Trigeminusnervs verursachen können und somit die Schmerzen auslösen. Solche Erkrankungen können zum Beispiel Entzündungen, Nervenschädigungen durch Multiple Sklerose, Tumore, Durchblutungsstörungen oder Kopfverletzungen sein.

In manchen Fällen lässt sich keine Ursache für die Beschwerden ausmachen.

Krankheitszeichen
Das typische Krankheitszeichen einer Trigeminusneuralgie ist der Schmerz. Weder Art noch Stärke des Schmerzes unterscheiden sich bei den beiden unterschiedlichen Krankheitsformen voneinander. Die Dauer der einzelnen Schmerzphasen (Episoden) reicht von einigen Sekunden bis zu zwei Minuten. Sie können sich salvenartig wiederholen. Zwischen den Schmerzepisoden besteht meist Schmerzfreiheit. Betroffene beschreiben ihre Schmerzen oft als stechend, elektrisierend, scharf oder einschießend. Die Schmerzattacken können sehr häufig, bis zu mehrere Hundert Mal am Tag auftreten.

Die Schmerzen sind in der Regel auf nur eine Gesichtshälfte beschränkt. Am häufigsten treten sie im Bereich des Ober- oder Unterkiefers mit Ausstrahlung in die Wange, das Kinn oder in die vordere Ohrpartie auf.

Als Folge der intensiven, immer wieder auftretenden Schmerzen ist die Lebensqualität der Betroffenen oft sehr stark beeinträchtigt. Treten die Schmerzanfälle sehr häufig auf, kann es zu einem Gewichtsverlust bei den Betroffenen kommen, weil sie nicht mehr richtig essen können. Bei manchen ruft das Sprechen Schmerzattacken hervor. Die Stärke der Schmerzen und die Begleiterscheinungen führen unter Umständen zur Entwicklung von Depressionen.

Wenn die Krankheit lange Zeit besteht, können zwischen den einzelnen Schmerzepisoden ein Dauerschmerz oder ein Verlust der Empfindlichkeit in der betroffenen Gesichtsregion auftreten.

Diagnostik Trigeminusneuralgie

Durch die typischen Beschwerden ist es dem behandelnden Arzt meist gut möglich, nach einer ausführlichen Befragung des Patienten (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung die Diagnose einer Trigeminusneuralgie zu stellen. In der Regel werden zusätzliche Untersuchungen angeordnet, um herauszufinden, ob andere Krankheiten als Ursache der Beschwerden infrage kommen.

Bei der Erstdiagnose sollte eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden, um Details des Schädels und des Gehirns in Schnittbildern abzubilden. Dazu werden ein starkes Magnetfeld und Radiowellen eingesetzt.
Um andere Erkrankungen auszuschließen, werden gegebenenfalls weitere Untersuchungen durchgeführt:

  • zum Ausschluss einer Multiplen Sklerose eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor), Elektrophysiologie, Laboruntersuchungen
  • Untersuchungen durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt, einen Zahnarzt und einen Kieferchirurg oder Orthopäden bei unklaren Beschwerden

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