Unterzuckerung

Krankheitsbild Unterzuckerung

Was ist eine Unterzuckerung?
Bei einer Unterversorgung mit Traubenzucker (Glukose), dem sogenannten Blutzucker, kommt es zu Funktionsausfällen insbesondere im Gehirn und an verschiedenen Organsystemen.

Entstehung
Glukose ist der wichtigste Energieträger und Energielieferant der Körperzellen. Sie ist für eine reibungslose Funktion vieler Organe erforderlich. Insbesondere das Gehirn ist auf eine bestimmte Glukosemenge im Blut angewiesen, da es selbst keine Energiereserven hat. Für das Gehirn ist Glukose die einzige Energiequelle.

Der Körper hält mithilfe des Insulins den Blutzucker in engen Grenzen konstant, und zwar zwischen etwa 60 bis 125 Milligramm (mg) pro 100 Milliliter (ml) Blut. Bei einer Unterzuckerung wird die kritische Glukosekonzentration im Blut unterschritten. Das ist bei Blutzuckerwerten unter 50 Milligramm pro Milliliter der Fall.

Ein normal gesunder Mensch kann zwar niedrige Blutzuckerwerte haben und merkt dieses durch Hunger, Konzentrationsstörungen und ein „Unzufriedenheitsgefühl“, er kann aber nie kritisch unterzuckern. Dafür sorgt schon der Körper mit einem ausgeklügelten Regulationssystem.

Bei Diabetikern aber, die zum Beispiel mit bestimmten Tabletten oder Insulin behandelt werden, können kritische Unterzuckerungen auftreten.

Am häufigsten kommt es zu einer Hypoglykämie durch:

  • das Auslassen einer Mahlzeit beziehungsweise durch zu wenige Kohlehydrate in der Nahrung, nachdem die Einnahme der blutzuckersenkenden Medikamente vorher aber durchgeführt worden ist
  • einen zu großen Spritz-Ess-Abstand zwischen der Insulingabe und dem Beginn der Mahlzeit
  • vermehrte körperliche Anstrengung/Belastung/Sport ohne Anpassung der Mahlzeiten oder der Therapie
  • zu hohe Dosen Insulin
  • Überdosierung von anderen blutzuckersenkenden Medikamenten
    (Bei nachlassender Nierenfunktion werden im Blut enthaltene Wirkstoffe nicht ausreichend ausgeschieden und können sich so im Blut anreichern.)
  • Alkoholkonsum
  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • das Vorhandensein von Krankheiten der hormonproduzierenden Drüsen (endokrine Krankheiten) wie zum Beispiel einem Tumor in der Bauchspeicheldrüse (Insulinom), Stoffwechseldefekten, Lebererkrankungen oder Nierenversagen. Diese Erkrankungen können auch selten bei Nicht-Diabetikern eine Unterzuckerung bewirken.
  • Wechselwirkungen von Medikamenten wie Blutdrucksenkern, Schmerzmedikamenten oder Medikamenten für die Behandlung seelischer Erkrankungen (Neuroleptika) mit gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten zur Therapie der Zuckerkrankheit (Sulfonylharnstoffpräparate)

Krankheitszeichen
Bei Blutzuckerwerten unter 70 Milligramm pro 100 Milliliter reagiert bei den meisten Menschen der Körper mit einer Veränderung des Reaktionsvermögens, Schwitzen, Zittern, Schleiersehen und verlangsamten Denkprozessen. Bei einem Diabetiker, der an sehr hohe Blutzuckerwerte gewöhnt ist, können diese Symptome schon bei einer Konzentration von 100 Milligramm pro 100 Milliliter auftreten.

Ab etwa 50 Milligramm pro 100 Milliliter zeigt sich eine Unterzuckerung mit folgenden – individuell allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägten – Krankheitszeichen (Symptomen):

  • Zittern
  • Unruhe
  • starkes Hungergefühl
  • Schwächegefühl
  • starkes Herzklopfen
  • taubes Gefühl oder Kribbeln an Mund, Beinen oder Händen
  • Atem- und Kreislaufstörungen
  • Verhaltensänderungen/Aggressivität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit
  • Sehstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit
  • zentrale Atem- und Kreislaufstörungen, die dann zum Tode führen können

Diagnostik Unterzuckerung

Wichtig ist es, die Anzeichen einer Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen, wobei diese Beschwerden sehr verschieden und nicht charakteristisch sein können. Hinweise auf eine Unterzuckerung sind Erstsymptome wie zum Beispiel Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Konzentrationsstörungen. Nach der ersten Untersuchung ist ein Blutzuckertest wichtig. Mit einem kleinen Stich in die Fingerspitze erhält der Arzt eine winzige Menge Blut und gibt diese auf einen Teststreifen. Mithilfe eines Blutzuckermessgerätes wird der Blutzuckerspiegel direkt bestimmt.

Nicht-Diabetiker haben Unterzuckerung, wenn die Konzentration im Blut unter 60 Milligramm pro 100 Milliliter liegt. Bei Diabetikern kann schon ein Wert von unter 80 Milligramm pro 100 Milliliter eine Unterzuckerung sein, da diese meist an höhere Blutzuckerspiegel gewöhnt sind.

Leichte Hypoglykämien, wie sie zum Beispiel nach sportlicher Aktivität auftreten, sind relativ harmlos.

Bei schweren Unterzuckerungen (meist unter 30 Milligramm pro 100 Milliliter) werden Diabetiker bewusstlos und können sich nicht mehr selbst helfen. Eine anhaltende Unterzuckerung kann das Gehirn dauerhaft schädigen.

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