Vergiftungen im Kindesalter

Krankheitsbild Vergiftungen im Kindesalter

Was sind Vergiftungen bei Kindern?
Eine Vergiftung ist eine gesundheitsbeeinträchtigende Einwirkung von chemischen, tierischen, pflanzlichen, bakteriellen oder sonstigen Stoffen auf den Körper. Die Aufnahme kann über den Mund, die Atmungsorgane, die Augen, die unverletzte Haut oder durch Wunden erfolgen.

Entstehung
Vergiftungen sind typische Unfälle im Kleinkindalter. Kinder vergiften sich häufig mit Substanzen, die nicht zum Verzehr geeignet sind. Insbesondere zwischen dem siebten Lebensmonat und dem vierten Lebensjahr besteht die Gefahr, dass Kinder schädliche Gegenstände oder Substanzen in den Mund nehmen oder schlucken. In diesem Alter zählen Vergiftungen zu den häufigsten Unfallarten.

Die meisten Vergiftungen passieren, indem Kinder Haushaltsprodukte einnehmen, die dem Putzen oder der Körperpflege dienen. Am zweithäufigsten kommt es zu Vergiftungen durch Medikamente, gefolgt von Vergiftungen durch Pflanzen.
Ob es zu einer Vergiftung kommt und wie schwer sie ist, hängt von der Art und der Menge der aufgenommenen Substanz ab.

Krankheitszeichen
Auch die Symptome einer Vergiftung sind abhängig von der auslösenden Substanz.
Sie fallen sehr unterschiedlich aus, weil es eine große Anzahl von Stoffen gibt, die Vergiftungen verursachen können. Typische Anzeichen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Auch Bewusstseinsstörungen, Schläfrigkeit oder Erregungszustände können bei Vergiftungen auftreten. Veränderungen der Pupillenweite – sowohl unnatürlich enge als auch weite Pupillen – sowie Atem- und Kreislaufstörungen können Zeichen für eine Vergiftung sein. Hautveränderungen können am Körper, im Gesicht oder um den Mund herum auftreten. Je nach eingenommener Substanz kann die Haut blass, gerötet, schweißig oder warm und trocken sein.

Besonders die Aufnahme von ätzenden Stoffen (Säuren, Laugen), zum Beispiel in Toilettenreinigungsmittel, kann Lippen, Zunge, Gaumen und Mundschleimhaut schädigen und Schluckbeschwerden auslösen.   

Handeln beim Verdacht auf Vergiftung
Besonders in gefährlichen Situationen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Giftnotrufzentralen helfen telefonisch dabei, die Gefahr einzuschätzen und geben erste Handlungsanweisungen.

Ist das betroffene Kind bewusstlos, rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112 und leisten Erste Hilfe.

Diagnostik Vergiftungen im Kindesalter

Um herauszufinden, welche Maßnahmen bei einem Verdacht auf Vergiftung helfen können, sind viele Informationen wichtig. So ist es hilfreich, möglichst genaue Angaben zur Art und Menge der eingenommenen Substanz, den Einnahmezeitpunkt und Angaben zur betroffenen Person (wie das Alter, Geschlecht und Gewicht) geben zu können. Gegebenenfalls kann die Umverpackung oder übrig gebliebene Substanzen, wie Beeren oder Pflanzenteile, aufgehoben werden. Viele dieser Angaben werden daher im Telefonat mit der Giftnotrufzentrale oder vom Rettungsdienst abgefragt. Ein Arzt kann weitere Untersuchungen durchführen und wenn nötig Blut- und oder Urinproben testen lassen.

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