Windeldermatitis

Krankheitsbild Windeldermatitis

Was ist eine Windeldermatitis?
Bei einer Windeldermatitis handelt es sich um eine Entzündung der Haut in der Windelregion (Gesäß, Oberschenkel, Hüften) von Säuglingen und Kleinkindern sowie von älteren Patienten. Sie entsteht durch Hautreizungen und durch eine Besiedlung der Haut durch Erreger wie Pilze und Bakterien.

Ist die Haut entzündlich verändert, so spricht man von Windeldermatitis, haben sich auf der Haut Pilze angesiedelt, so nennt man es Windelsoor.

Entstehung
Bei einer Windeldermatitis kommt es zu einer Aufweichung des Hautgewebes in der Windelregion, die meist durch Urin und/oder Stuhl in der Windel zustande kommt. Wird die Windel zum Beispiel selten gewechselt, setzt sich aus dem Urin Ammoniak frei. Dieser reizt die Haut und führt bei Säuglingen und Kleinkindern sehr rasch zu einer Windeldermatitis (irritative Windeldermatitis). Der Ammoniak entsteht infolge der Zersetzung von Harnstoff im Urin. Er ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff, die die Haut reizt und zu einer leichten Erhöhung des pH-Wertes der Haut führt. Der natürliche pH-Wert sorgt für einen Schutz der Haut vor Krankheitserregern. Bei einer Veränderung des Wertes oder durch mechanische Reizung kann dieser Schutz nicht länger aufrechterhalten werden. Zusammen mit der feuchtwarmen Umgebung in der Windelregion bietet diese Situation die Grundlage für eine Besiedelung der Haut mit Keimen, insbesondere mit dem Hefepilz Candida albicans (Superinfektion) oder auch mit verschiedenen Bakterien, zum Beispiel Streptokokken. Eine Superinfektion ist eine Infektion, bei der es aufgrund einer noch unvollständigen Immunantwort zu einer zusätzlichen Infektion mit anderen Keimen (Bakterien, Pilzen) kommt.

Die zusätzliche Reizung der Haut durch Reibung der Windel an der Haut − zum Beispiel durch Bewegung − erleichtert das Eindringen der Erreger in das Gewebe zusätzlich. Dort lösen sie Entzündungsreaktionen aus. Als erschwerender Faktor kommt hinzu, dass das Immunsystem eines Neugeborenen noch nicht ausgereift ist und dass das einer älteren Person bereits geschwächt sein kann, weshalb es sich gegen die Krankheitserreger nicht ausreichend zur Wehr setzen kann.

Die Windeldermatitis ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Säuglings- und Kleinkindesalter. Faktoren, die das Risiko für eine Windeldermatitis erhöhen können, sind beispielsweise eine zu enge Windel, selten eine Unverträglichkeit auf bestimmte Materialien in der Windel, wie Duft- oder Konservierungsstoffe sowie selten auch auf Hautpflegeprodukte oder Waschmittel. Zu seltenes Windelwechseln, aber auch zu intensive Hautpflege mit Feuchttüchern, können die Haut des Kindes reizen und eine Windeldermatitis begünstigen. Vor allem gilt dies, wenn Infektionen (wie Durchfallerkrankungen) vorliegen, wenn bestimmte Nahrungsmittel (wie Fruchtsäfte) verabreicht werden oder hin und wieder auch dann, wenn ein Mangel an Vitamin B12 (Biotin) vorliegt.

Krankheitszeichen
Die Haut im Windelbereich kann je nach Ausprägungsgrad der Entzündung sehr verschieden aussehen. Anfangs ist sie oft nur ganz leicht gerötet oder geschwollen. Im weiteren Verlauf kann sich die Entzündung auf die Gesäßhaut, die Innenseite der Oberschenkel und auf die Genitale ausdehnen, sie kann nässen und schuppen. Es können Bläschen, Pusteln und Papeln als Hinweis für eine Pilzinfektion entstehen sowie offene Wunden, die leicht bluten können.

Je nach Ausprägungsgrad kann das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigt sein. Schmerzen und Brennen der Haut können mitunter das Trink-, Ess- und Schlafverhalten des Säuglings beeinflussen.

Diagnostik Windeldermatitis

Der Arzt kann eine Windeldermatitis nach einer Begutachtung der Haut anhand der klassischen Anzeichen in der Windelregion gut erkennen. Um den Erreger zu bestimmten, kann er einen Abstrich der Haut machen, den er auf einem speziellen Nährmedium ausstreicht und wachsen lässt. Dies ist selten notwendig.

Fast immer reicht die Blickdiagnose, um festzustellen, ob es sich um eine irritative Windeldermatitis oder eine Soordermatitis handelt.

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

Unsere UPD-Experten beantworten Ihre Fragen:

Wichtiger Hinweis: Bitte schicken Sie uns keine Original-Unterlagen mit der Post zu, sondern ausschließlich Kopien. Wir können leider keine Rücksendung Ihrer Unterlagen vornehmen. Aus Datenschutzgründen werden Ihre Dokumente nach der Bearbeitung Ihres Anliegens ordnungsgemäß vernichtet.

© 2017 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses gesundheitsbezogene Informationsangebot dient lediglich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.