COPD: die schleichende Gefahr für die Lunge

Wichtige Fakten zur COPD im Überblick

Atemnot, Dauerhusten, Schleimauswurf: Oft verbirgt sich hinter diesen Symptomen COPD, eine der häufigsten Lungenerkrankungen. Laut Angaben der Deutschen Atemwegsliga leiden hierzulande bis zu fünf Millionen Menschen daran, Tendenz steigend. Am häufigsten betroffen sind Raucher.

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COPD Definition 

Was ist COPD?

COPD ist die Abkürzung des englischen Fachausdrucks „chronic obstructive pulmonary disease“ und heißt übersetzt „chronisch obstruktive Lungenerkrankung“. Bei einer COPD ist die Lunge chronisch entzündet und die Bronchien sind dauerhaft verengt. Obstruktion bedeutet Verengung. Etwa fünf bis zehn von hundert Menschen über 40 Jahren leiden an einer COPD. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Es gibt zwei Hauptformen der Erkrankung:

  • COPD mit chronischer Bronchitis
  • COPD mit Lungenemphysem

Eine chronische Bronchitis ist eine dauerhafte Entzündung der Atemwege. Bei einer sehr schweren COPD entsteht oft eine Blählunge, von Ärzten Lungenemphysem genannt. Dabei sind die Lungenbläschen teilweise zerstört und überdehnt. Dadurch ist die Ausatmung erschwert.

Die globale Initiative GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) teilt die Lungenkrankheit in vier Schweregrade ein. Ziel dieser Initiative ist es unter anderem, eine größere Aufmerksamkeit für die Erkrankung zu schaffen sowie die COPD-Therapie zu vereinheitlichen. Die Einteilung in Schweregrade erfolgt nach einer Lungenfunktionsprüfung, bei der verschiedene Werte ermittelt werden. Auch das Ausmaß der Symptome sowie die Zahl der Krankheitsschübe fließen in die Ermittlung mit ein.

  • Schweregrad 1 – leichtgradige COPD: Der Patient hat bereits eine leichte Einschränkung der Lungenfunktion. Als Symptom zeigt sich ein chronischer Husten mit oder ohne Auswurf. Atemnot liegt noch keine vor.
  • Schweregrad 2 mittelgradige COPD: Bei dieser Form sind die Atemwege bereits soweit verengt, dass Patienten bei Belastung unter Luftnot leiden. Die Symptome Husten und Auswurf verstärken sich.
  • Schweregrad 3 – schwere COPD: Hier liegt eine ausgeprägte Verengung der Atemwege vor.
  • Schweregrad 4 – sehr schwere COPD: Die Ergebnisse der Spirometrie, so nennt man die Messung des Lungenvolumens, zeigen eine sehr ausgeprägte Verengung der Atemwege. Die Lungenfunktion liegt um mehr als 70 Prozent unter dem Normalwert. Betroffene Patienten sind chronisch mit Sauerstoff unterversorgt und leiden unter schwerer Atemnot.

Bei einer neuen Einteilung der Schweregrade werden die Symptome des Patienten und die Häufigkeit der Exazerbation (einer akuten Bronchitis) durch Eingabe in eine Skala berücksichtigt.

COPD: Das sind die Symptome

So erkennen Sie die Lungenkrankheit

Meist beginnt eine COPD mit einer chronischen Bronchitis. Nach Angabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt diese vor, wenn ein Patient in zwei aufeinanderfolgenden Jahren für jeweils mindestens drei Monate unter anhaltendem Husten, vermehrter Schleimbildung und Auswurf leidet.

Typische COPD-Symptome:

  • Husten und Auswurf Täglicher Husten ist eines der ersten Krankheitszeichen. Mit der Zeit wird er immer häufiger und von Auswurf begleitet. Vor allem morgens klagen Betroffene über vermehrtes Abhusten von Schleim. Das verschlimmert sich stetig.
  • Atemnot
    Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr stellt sich das Symptom der Atemnot ein. Im Frühstadium von COPD tritt sie meist nur bei körperlicher Belastung auf, zum Beispiel beim Treppensteigen oder beim Fahrradfahren. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium macht sich die Atemnot bereits in Ruhestellung bemerkbar.
  • Atemgeräusche
    Bei vielen Betroffenen stellen sich Geräusche beim Atmen wie Pfeifen und Brummen ein.
  • Verstärkte Beschwerden bei Erkältungen oder Grippe
    Durch eine Infektion der Atemwege mit Viren oder Bakterien können sich die COPD-Symptome verschlimmern.

Plötzliche starke Verschlimmerungen der Krankheitssymptome treten häufig auf. Experten sprechen dabei von Exazerbationen. Oft machen sie sich durch Atemnot-Anfälle und verstärkten Husten mit Auswurf bemerkbar.

COPD: Ursachen und Risikofaktoren

Das sollten Sie kennen

Der größte Risikofaktor für COPD ist das Rauchen. Aus diesem Grunde wird die Erkrankung umgangssprachlich auch Raucherlunge genannt. 80 bis 90 von hundert Erkrankungsfälle werden durch Rauchen verursacht. In seltenen Fällen erkranken auch Nichtraucher an COPD. Dann können Umweltfaktoren wie zum Beispiel Schadstoffe in der Luft (Autoabgase oder Feinstaub) oder am Arbeitsplatz Auslöser der Erkrankung sein. Auch Passivrauchen kann ein auslösender Faktor sein. In sehr seltenen Fällen kann die erbliche Stoffwechselerkrankung Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine COPD verursachen. Auch bakterielle oder virale Infekte hinterlassen manchmal Schäden an Lunge und Bronchien und begünstigen dadurch die Entstehung der COPD.

COPD-Diagnose – wenn Raucherhusten chronisch wird

So wird die Krankheit diagnostiziert

Eine COPD entwickelt sich schleichend über viele Jahre hinweg. Zu Beginn wird die Erkrankung häufig nicht ernst genommen. Oft halten Betroffene ihre Beschwerden für einen vermeintlich harmlosen Raucherhusten und gehen damit nicht zum Arzt. Das hat zur Folge, dass die Krankheit oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. COPD ist nicht heilbar. Die Veränderungen in der Lunge können nicht rückgängig gemacht werden. Allerdings kann eine frühzeitige Diagnose und Therapie das Fortschreiten der Lungenerkrankung verhindern und den Verlauf deutlich mildern. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen.

Mit einem Lungenfunktionstest kann der Arzt den Grad der Erkrankung bestimmen. Internisten und Allgemeinmediziner führen meist eine sogenannte Spirometrie durch. Bei diesem Test wird gemessen, wie viel Luft der Patient einatmet und wie schnell er sie wieder ausatmen kann. Das Ergebnis zeigt an, ob die Bronchien verengt sind. Ein Lungenfacharzt, der sogenannte Pneumologe, kann darüber hinaus weitere Untersuchungen durchführen. Außerdem ist die Beschwerdesymptomatik für die Einschätzung der Schwere der Erkrankung und die Häufigkeit von akuten Bronchitiserkrankungen (Exazerbationen) von Bedeutung.

COPD: die Bausteine der Therapie

Die Behandlungsschritte im Überblick

Die COPD-Therapie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen.

  • Rauchstopp
    Ein Rauchstopp ist der wichtigste Baustein der COPD-Therapie. Diese Maßnahme stellt die Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung dar. Vielen Menschen fällt der Rauchstopp leichter, wenn sie an einem Raucherentwöhnungsprogramm teilnehmen. Zahlreiche Krankenkassen unterstützen diese Programme, bei denen neben einer Beratung individuelle Entwöhnungskonzepte erarbeitet werden.
  • Medikamentöse Therapie:
    Je nach Erkrankungsstadium ist eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten üblich. Zur Auswahl stehen:

Bronchodilatatoren
Das sind Medikamente, die die Bronchien erweitern und auf diese Weise das Atmen erleichtern sollen. COPD-Patienten sollten immer ein Notfallspray bei sich haben, um sich bei Luftnot schnell helfen zu können.

Glukokortikoide
Gemeint sind Kortisonpräparate, die Entzündungen bekämpfen. Sie werden nur bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf verordnet.

Mukopharmaka
Das sind schleimlösende Präparate, die das Abhusten von zähem Schleim begünstigen.

Die meisten COPD-Medikamente sind als Spray oder Pulver zum Einatmen erhältlich. So gelangen sie auf direktem Wege in Atemwege und Lunge und können dort wirken.

  • Sauerstoff-Langzeittherapie
    Ist die Erkrankung bereits sehr weit fortgeschritten, empfehlen Experten eine Langzeittherapie mit Sauerstoff. Durch die Gabe von Sauerstoff über einen Zeitraum von mindestens 16 Stunden täglich wird die Atemmuskulatur entlastet und der Körper ausreichend mit diesem lebenswichtigen Element versorgt.
  • Impfung
    COPD-Patienten wird die jährliche Grippeschutzimpfung sowie eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Influenza und Pneumokokken sind die häufigsten Ursachen einer Lungenentzündung.
  • Sport und Atemphysiotherapie
    Bewegung und sportliche Aktivität sind ein wichtiger Teil der Therapie. COPD-Patienten sollten eine gezielte Sport- und Bewegungstherapie in Lungensportgruppen machen. Der Lungensport ist speziell für Patienten mit Atemwegs- und Lungenkrankheiten zusammengestellt. Sie trainieren in den Kursen unter fachlicher Anleitung. In der Atemphysiotherapie erlernen Betroffene unter anderem Atemtechniken und -übungen, wie zum Beispiel die Lippenbremse
  • Ernährung
    Auch eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für eine erfolgreiche COPD-Therapie. Sowohl Über- als auch Untergewicht sowie vor allem eine zu geringe Muskelmasse senken die Belastbarkeit im Alltag und wirken sich negativ auf den Verlauf der Erkrankung aus. COPD-Patienten sollten versuchen, ihr Normalgewicht unter Anleitung eines Ernährungsberaters zu stabilisieren. Wichtig ist auch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Trinken macht den Schleim dünnflüssig und erleichtert das Abhusten.
  • Patientenschulungen
    Die gesetzlichen Krankenkassen bieten COPD-Patienten sogenannte Disease-Management-Programme (DMPs) an. Das sind spezielle Behandlungsprogramme, die den Teilnehmern dabei helfen sollen, eigenverantwortlich mit ihrer Erkrankung umzugehen. Dabei erhält jeder Patient einen individuellen Therapieplan mit Angaben zur Medikation und kann Kurse für Lungensport wahrnehmen. Die Teilnehmer erlernen unter anderem den richtigen Umgang mit dem Inhalationssystem. Auch die Themen Rehabilitation und psychosoziale Betreuung sind Bestandteil der Patientenschulung. Sprechen Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Krankenkasse darauf an.
  • Operative Eingriffe
    Bei einer sogenannten Lungenvolumenreduktion werden kleine Ventile in geschädigte Bereiche der Lunge eingesetzt. Ziel des Eingriffs ist es, eine bessere Sauerstoffversorgung zu erreichen. Auch die Ausschaltung von Lungengewebe bei einem Emphysem trägt dazu bei, dass sich die übrige Lunge besser ausdehnen kann. Diese Eingriffe können über die Bronchien ohne Eröffnung des Brustkorbes erfolgen. Die Lungentransplantation kommt bei schwerem Lungenemphysem infrage.

COPD – was Sie im Notfall selbst tun können

Diese Maßnahmen sollten Sie kennen

Kutschersitz
Beim sogenannten Kutschersitz werden die Unterarme auf den Oberschenkeln abgestützt und die Hände hängen locker herunter. Der Rücken hat die Form eines Katzenbuckels und sollte sich nicht verkrampfen. Bei dieser Körperhaltung wird der Brustkorb entlastet und die Atemmuskulatur kann besser arbeiten. Alternativ können die Unterarme auch auf einer Tischplatte abgestützt werden.

Lippenbremse
Diese Übung bildet die Grundlage aller Atemübungen und ist vor allem bei akuter Atemnot oder bei Belastung hilfreich: Die Luft wird durch die Nase eingeatmet und durch den gespitzten leicht geöffneten Mund so langsam und lange wie möglich wieder ausgeatmet. Beim Ausatmen wird die Luft mit den Lippen etwas abgebremst. Auf diese Weise erhöht sich der Druck in den Bronchien und wirkt einem Kollaps der kleinen Bronchien entgegen. Die Atemwege bleiben weit.

Notfallspray
Für den Fall einer zunehmenden Luftnot sollten COPD-Patienten immer ein Notfallspray bei sich haben, das sie bei Bedarf inhalieren. Außerdem sollten sie eine atemerleichternde Körperstellung einnehmen (etwa Kutschersitz) und mit Lippenbremse (s. o.) atmen. Tritt nach 20 Minuten keine Besserung ein, ist der Notarzt anzurufen (112).

Worin unterscheiden sich COPD und Asthma?

Asthma und COPD sind Erkrankungen, die mit einer chronischen Atemwegsentzündung sowie einer Verengung der Atemwege einhergehen. Sie zählen beide zu den obstruktiven Lungenerkrankungen. Allerdings ist es so, dass sich beim Asthma die Bronchialverengung durch eine Therapie vollständig zurückbilden kann. Bei der COPD ist das nicht möglich. Hier liegt eine permanente Verengung der Bronchien vor, und die Lungenfunktion lässt sich nicht mehr vollständig normalisieren. Bei einigen COPD-Patienten ist die Erkrankung durch eine Asthma-Komponente überlagert. Sie leiden sowohl an Asthma als auch an COPD, dem sogenannten Asthma-COPD-Überlappungssyndrom, abgekürzt ACOS (aus dem Englischen „Asthma COPD Overlap Syndrome“). Diese Mischform kann zum Beispiel bei Patienten auftreten, die schon seit ihrer Jugend an Asthma leiden und später mit dem Rauchen begonnen haben.

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