Influenza 2018/2019

Gut geschützt durch die Grippesaison

Die aktuelle Grippe-Wintersaison hat bereits begonnen. Lesen Sie, woran Sie eine echte Virusgrippe (Influenza) erkennen, wie Sie sich von einer Erkältung unterscheidet und was Sie vorbeugend tun können, um das Risiko einer Ansteckung gering zu halten. Für die Impfsaison 2018/2019 gibt es außerdem eine Neuerung bezüglich des empfohlenen Impfstoffs.

Was ist eine Grippe?

Die Grippe ist eine Infektionskrankheit, die durch sogenannte Influenzaviren ausgelöst wird. Eine echte Virusgrippe kann besonders für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem gefährlich werden. Die Influenza beginnt meist plötzlich nach einer kurzen Ansteckungszeit. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung liegt bei durchschnittlich ein bis zwei Tagen.
Häufige Grippeanzeichen sind ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Weitere mögliche Symptome sind ein allgemeines Schwächegefühl, Schweißausbrüche und eine laufende Nase. Selten kann es auch zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen.
Im Normalfall klingen die Beschwerden nach etwa fünf bis sieben Tagen allmählich wieder ab. In seltenen Fällen kann eine Grippeerkrankung auch mehrere Wochen dauern und/oder es können Komplikationen auftreten. Zum Beispiel kann es durch das Grippevirus selbst oder andere Erreger zu einer Lungenentzündung kommen, die selten auch zum Tod führen kann. Eine leichte, aber häufig bei Kindern auftretende Komplikation ist die Mittelohrentzündung.

Wie unterscheidet sich eine Grippe von einer Erkältung (grippaler Infekt)?

Auch wenn eine Erkältung oft als grippaler Infekt bezeichnet wird und ähnliche Symptome wie bei einer Influenza auftreten können, handelt es sich dabei um unterschiedliche Erkrankungen. Der größte Unterschied: Während eine Grippe immer durch Influenzaviren ausgelöst wird, können mehr als 30 verschiedene Erreger (andere Viren, aber auch Bakterien) Erkältungen hervorrufen. Während eine Influenza sich meist mit plötzlich auftretendem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen bemerkbar macht, sind für eine Erkältung eher Symptome wie Halsschmerzen, Schnupfen sowie Husten – und eher selten Fieber – typisch. Trotzdem ist es oft nicht möglich, eine echte Grippe und eine Erkältung nur anhand der Symptome zu unterscheiden.

Wie läuft die Ansteckung mit dem Grippevirus?

Influenza gilt als hochansteckend. Die Infektion mit Influenzaviren erfolgt überwiegend durch Tröpfcheninfektion. Das heißt, dass Krankheitserreger, die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, beim Niesen, Husten oder Sprechen durch winzige Speicheltröpfchen an die Luft gelangen und anschließend von einem anderen Menschen eingeatmet werden. Darüber hinaus können die Viren durch Niesen oder Husten auch auf Hände und Oberflächen gelangen (zum Beispiel Türklinken). So kann das Virus durch das Anfassen dieser verunreinigten Oberflächen und anschließendem Kontakt der Hände mit dem Gesicht (an Mund oder Nase) übertragen werden.

Was kann man tun, um eine Ansteckung zu vermeiden?

Einfache hygienische Maßnahmen können dazu beitragen, das Ansteckungsrisiko zu verringern, zum Beispiel:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, etwa wenn Sie nach Hause kommen, vor den Mahlzeiten sowie vor und während der Zubereitung von Speisen. Außerdem nach dem Toilettenbesuch, nach dem Niesen, nach dem Naseputzen und Husten sowie nach Kontakt mit Erkrankten.
  • Zum gründlichen Händewaschen Hände unter fließendes Wasser halten. Von allen Seiten mit Seife einreiben, sich dabei 20 bis 30 Sekunden Zeit lassen und nach dem Abwaschen unter fließendem Wasser mit einem sauberen Tuch trocknen.
  • Mit ungewaschenen Händen nicht an Mund, Augen oder Nase fassen.
  • Beim Husten und Niesen Abstand zu anderen halten und ein Einmaltaschentuch benutzen. Alternativ die Armbeuge vor Mund und Nase halten.
  • Engen Kontakt zu erkrankten Personen, zum Beispiel durch Händeschütteln, vermeiden.
  • Regelmäßig lüften.
  • Geschirr und Wäsche heiß waschen.

Weitere Tipps zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten finden Sie in der Infografik „Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Download unter: https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken/#c9302

Wer sollte sich impfen lassen?

Keine Impfung bietet hundertprozentigen Schutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt jedoch die Influenzaimpfung solchen Menschen, bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe besteht.
Zu diesen sogenannten Risikogruppen gehören:

  • Menschen ab einem Alter von über 60 Jahren
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung aufgrund einer Grunderkrankung (zum Beispiel durch chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, durch chronische neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose)
  • Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten oder HIV-Infektion
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Schwangere ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer Grunderkrankung ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel
  • Personen, die durch Kontakt zu vielen Personen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben: zum Beispiel Menschen, die in öffentlichen Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten

Das Robert Koch-Institut empfiehlt zudem, dass sich auch Personen impfen lassen sollten, die eine mögliche Infektionsquelle für andere darstellen können, zum Beispiel für die von ihnen betreuten Patienten. Daher sollten Personen, die in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen arbeiten (zum Beispiel in Krankenhäusern, Kliniken, Pflegeheimen), die Grippeschutzimpfung grundsätzlich jedes Jahr auffrischen. Denn oftmals entwickeln gerade solche Patienten eine schwere, eventuell sogar tödliche Verlaufsform der Influenza, die aufgrund bestehender Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko haben. Gleichzeitig dient die Impfung aber auch dem persönlichen Schutz des medizinischen Personals, das mit Grippeerkrankten in Kontakt kommen könnte.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung?

Grundsätzlich sollte die Impfung jährlich stattfinden, da während einer Grippesaison meist verschiedene Virusstämme in Umlauf sind und diese sich außerdem verändern können. Um welche Virenstämme es sich handelt, wird kontinuierlich und weltweit von Referenzlaboratorien untersucht und die Ergebnisse an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) übermittelt. In Deutschland ist das Robert Koch-Institut für diese Untersuchungen zuständig. Auf Grundlage der ermittelten Daten legt die WHO die Zusammensetzung für den Impfstoff jedes Jahr aufs Neue fest. Der saisonale Influenza-Impfstoff enthält Bestandteile der Virusvarianten, die für die kommende Saison erwartet werden. Sie regen die körpereigene Abwehr an. So besteht bereits ein gewisser Schutz, bevor man mit dem Grippevirus in Kontakt kommt. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, ist es empfehlenswert, sich in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Eine Impfung ist aber auch darüber hinaus noch sinnvoll, denn es lässt sich nur schwer voraussagen, wie lange eine Influenzawelle dauern wird.

Neu in der Impfsaison 2018/2019: STIKO-Empfehlungen aktualisiert

Für die Impfsaison 2018/2019 hat die STIKO ihre bisherige Empfehlung zur Grippeimpfung aktualisiert und empfiehlt ab sofort den Einsatz von Vierfach-Impfstoffen (quadrivalent). Diese sollen vor 4 Virusvarianten der Influenza schützen. Die Aktualisierung ergibt sich durch die Erfahrungen aus der letzten Grippesaison. Im Winter 2017/2018 ist die Grippewelle mit mehr als 330.000 bestätigten Influenzaerkrankungen verhältnismäßig stark ausgefallen. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es rund 114.200 Fälle. 68 Prozent der Infektionen im letzten Winter wurden durch den Grippestamm ausgelöst, den nur der quadrivalente Impfstoff mit abgedeckt hätte.

Wer übernimmt die Kosten für die Grippeimpfung?

Bislang gab es für die gesetzliche Krankenversicherung keine verbindliche Regelung, ob für die Grippeimpfung ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist. Beide Möglichkeiten konnten in Übereinstimmung mit den STIKO-Empfehlungen genutzt werden. Seit Herbst 2018 müssen alle Krankenkassen den Vierfach-Impfstoff bezahlen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.
Darüber hinaus bieten viele Unternehmen ihren Mitarbeitern die kostenlose Grippeschutzimpfung als freiwillige Leistung im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an.

Weitere Informationen

Wo kann ich mich informieren?
Weitere Informationen zur Influenza und zur Schutzimpfung bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter folgenden Internetadressen an: www.impfen-info.de und www.infektionsschutz.de. Die zentrale bundesweite fachliche Informationsplattform des Robert Koch-Instituts (RKI) finden Sie unter: www.rki.de/influenza.
Außerdem besteht die Möglichkeit, sich bei den Gesundheitsämtern der jeweiligen Städte und Kommunen zu informieren.

Disclaimer

Dieser Text dient ausschließlich der Information und soll Erkrankten und ihren Angehörigen erste Inhalte vermitteln, um einzelne Untersuchungs- und Therapieschritte besser verstehen zu können. Diese Informationen ersetzen keinen Arztbesuch und sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.

Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen


Erstellungsdatum: 01.12.2018
Letzte Aktualisierung: 01.01.2019

Herausgeber: Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

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