Diagnose Parkinson

Tipps für Betroffene und Angehörige

Parkinson Definition

Was versteht man unter Morbus Parkinson?

Bei Morbus Parkinson (lat. Morbus = Krankheit) handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die schon sehr lange bekannt ist. Sie wurde nach dem englischen Arzt James Parkinson benannt. Im Jahre 1817 beschrieb er erstmalig diese Art der Bewegungsstörung und gab ihr den Namen „Schüttellähmung“. Neben der Alzheimer-Demenz gehört Morbus Parkinson zu den häufigsten fortschreitenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems und ist bis heute nicht heilbar. Die Patienten sind bei Diagnosestellung im Durchschnitt 60 Jahre alt. Fünf bis zehn von 100 Patienten erkranken bereits im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

  • Sie haben Fragen zu Diagnose und Behandlungmöglichkeiten?
  • Sie kennen die ersten Symptome von Parkinson nicht?
  • Sie möchten wissen, welche Hilfsmittel die Kassen zahlen?

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Wie entsteht Parkinson?

Ursachen und Krankheitsentstehung

Die Ursache der Erkrankung ist in den meisten Fällen unbekannt. Man spricht dann von einem idiopathischen Parkinson-Syndrom. Dabei werden im Gehirn Nervenzellen geschädigt und sterben ab. Es handelt sich hierbei um Zellen der sogenannten schwarzen Substanz. Das ist eine kleine dunkle Region aus melaninhaltigen Nervenzellen (Melanin ist ein dunkler Farbstoff) im Gehirn. Sie produzieren einen wichtigen neurologischen Botenstoff: das Dopamin. Je mehr Zellen absterben, desto weniger Dopamin wird ausgeschüttet. Dadurch gerät das Gleichgewicht aller Botenstoffe im Gehirn durcheinander, und es kommt zu den Krankheitssymptomen. Der Botenstoff Dopamin ist maßgeblich an den Steuerungsvorgängen von Bewegungen beteiligt. Er sorgt dafür, dass Informationen und Befehle vom Gehirn zu den Muskeln überall im Körper gelangen. Fehlt es an diesem Botenstoff, geraten  die Abläufe ins Stocken.

Was sind die ersten Anzeichen?

Parkinson Symptome

In den meisten Fällen beginnt die Parkinson-Erkrankung mit unspezifischen Beschwerden wie zum Beispiel:

  • Verschlechterung des Geruchssinns,
  • Depressionen,
  • Verdauungsstörungen.

Eine Diagnosestellung ist in diesem frühen Erkrankungsstadium extrem schwierig. Erst im späteren Krankheitsverlauf setzen die typischen Bewegungsstörungen ein, die sich meist auf einer Körperseite stärker bemerkbar machen.  Dann kann der Arzt die Parkinson-Erkrankung erkennen.

 Typische Symptome sind jetzt:

  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor):
    Bei den meisten Betroffenen zittern die Hände in Ruhestellung, zum Beispiel wenn sie ganz entspannt neben dem Körper hängen.  Das Zittern verringert sich bei Bewegung.
  • Bewegungsarmut (Akinesie):
    Betroffene gehen sehr langsam und mit kurzen, kleiner werdenden Schritten. Sie haben Schwierigkeiten, Bewegungen zu beginnen (beim Laufen gelingt der erste Schritt oft nicht) und wieder zu beenden (auf Kommando stehen zu bleiben fällt schwer).
  • Das Mitschwingen der Arme beim Gehen lässt immer mehr nach.
  • Feinmotorische Tätigkeiten wie zum Beispiel das Zubinden von Schuhen werden immer schwieriger. Auch die Handschrift verändert sich, wird zunehmend kleiner und undeutlicher.
  • Gestik und Mimik nehmen ab, und das Gesicht erscheint zunehmend maskenartig.
  • Das Sprechen wird leise und monoton, und auch das Schlucken fällt schwer.
  • Muskelsteife (Rigor): Mit der Zeit versteifen sich die Muskeln. Vor allem Arme, Beine und der Hals sind oft betroffen.

Wie wird die Erkrankung festgestellt?

Parkinson-Diagnose

Die Diagnose von Morbus Parkinson wird anhand des Beschwerdebildes sowie der körperlichen und neurologischen Untersuchung gestellt. Bislang ist es für Ärzte schwer, die Parkinson-Krankheit im Frühstadium zu diagnostizieren, da sie aufgrund der unspezifischen Symptome kaum von anderen Erkrankungen zu unterscheiden ist. Einen wichtigen Hinweis kann der sogenannte L-Dopa-Test geben. Dabei erhalten die Patienten versuchsweise das Parkinson-Medikament L-Dopa. Kommt es danach zu einer Besserung der Symptome, spricht das für Parkinson.  Durch bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) kann der Arzt andere Ursachen ausschließen.

Meilenstein: Hauttest erlaubt frühe Parkinsondiagnose
Ein Meilenstein in der Parkinson-Diagnostik ist jetzt deutschen Neurologen gelungen. Sie konnten die Parkinson-Erkrankung über eine kleine Hautprobe feststellen – und zwar Jahre vor Ausbruch der typischen Bewegungsstörungen wie Zittern, Steifigkeit und verlangsamte Beweglichkeit. „Die Diagnose gelingt durch den Nachweis von pathologischen (krankhaften) Eiweißablagerungen in den feinen Nervenenden der Haut“, teilen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Parkinson Gesellschaft (DPG) in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 14. Februar 2017 mit. Dieser Hauttest gilt als Meilenstein in der Parkinson-Diagnostik und soll zur Entwicklung von neuen Therapien gegen die Schüttellähmung führen. Bis dieser im klinischen Alltag eingesetzt werden kann, wird jedoch noch einige Zeit dauern.

Was sind die einzelnen Behandlungsschritte?

Parkinson- Therapie

Die Parkinson-Krankheit ist behandel- aber nicht heilbar. Moderne Medikamente können das fehlende Dopamin ersetzen. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören L-Dopa, eine Vorstufe des Hormons Dopamin, und sogenannte Dopaminagonisten. Verabreicht werden die Arzneien über Tabletten, Pumpen und Pflaster. Art und Dosierung der Mittel müssen regelmäßig angepasst werden. Durch die Medikation werden die Parkinson-Symptome gelindert. Ein Fortschreiten der Erkrankung kann allerdings nicht verhindert werden.

Neben Medikamenten sind Sport und Bewegung wichtige Therapiebausteine. Damit kann der Patient die Funktionalität der Muskeln sowie die Gehirnleistung fördern. Geeignet sind zum Beispiel Sportarten wie Nordic Walking oder Radfahren. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Physiotherapie (Krankengymnastik), Ergotherapie (Betätigungstherapie) und Logopädie (Sprechtraining) sowie psychologische Beratung.

Hirnschrittmacher gegen das Zittern
Reichen diese Maßnahmen nicht mehr aus, kann eine neurochirurgische Operation helfen, bei der Elektroden in bestimmte Bereiche des Gehirns eingesetzt werden. Sie geben elektrische Reize ab und beeinflussen  auf diese Weise die Muskelaktivität.

Hilfsmittel können Parkinson-Patienten das Leben erleichtern

Hilfsmittel können Patienten bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen. Bei einer Gangstörung stehen zum Beispiel Gehhilfen wie Rollatoren zur Verfügung. Patienten mit eingeschränkter Feinmotorik können spezielles Essgeschirr sowie Anziehhilfen nutzen. So gibt es im Fachhandel zum Beispiel Strumpfanzieher, Knöpfhilfen sowie Nagelfeilen und Bürsten mit dicken Griffen zum besseren Greifen.

Die Kosten für ausgewählte Hilfsmittel werden von den gesetzlichen Krankenkassen teilweise erstattet. Können Patienten ihren Alltag nicht mehr selbst bewältigen, stehen ihnen eventuell Leistungen aus der Pflegeversicherung zu – zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege oder im Haushalt.

Parkinson und soziale Fragen
In vielen Fällen stellen sich Betroffene bei fortschreitender Erkrankung sozial-  und rechtsmedizinische Fragen wie:

  • Habe ich Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis und wo bekomme ich ihn?
  • Besteht für mich ein Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung?
  • Wie finde ich eine gute Rehaklinik?
  • Wie beantrage ich Rente wegen Erwerbsminderung?
  • Wie finde ich eine Fachklinik für Parkinson?

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