Struma 

Hilfe bei Schilddrüsenproblemen

Kloß im Hals und Schluckbeschwerden können auf Kropf hinweisen

Das sogenannte Globusgefühl („Kloß im Hals“), Schluckbeschwerden sowie eine neu auftretende und anhaltende Heiserkeit sind Alarmsignale für eine vergrößerte Schilddrüse. Meistens ist ein Jodmangel die Hauptursache einer Struma (im Volksmund: Kropf). Hinter einer Schilddrüsenvergrößerung kann sich aber auch eine Unterfunktion oder Überfunktion verbergen.

Es ist zwar ein sehr kleines, dennoch sehr wichtiges Organ: die Schilddrüse. Sie produziert in ihren beiden Flügeln Hormone, die praktisch fast alles in unserem Körper regeln – körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Verdauung, Herztätigkeit sowie den Energiebedarf. Die Botenstoffe beeinflussen auch, was wir fühlen. Gerät unsere Haupt-Schaltzentrale aus dem Lot, fühlen wir uns oft sehr unwohl. 

Struma: Welche Beschwerden sind typisch?

In den meisten Fällen verursacht eine Struma keine oder lediglich geringe Beschwerden. Es können jedoch Symptome auftreten wie ein Engegefühl und Kloßgefühl im Hals, Atemnot, Schluckbeschwerden und auch eine lang anhaltende Heiserkeit. Wenn zum Kropf noch zusätzliche Störungen der Schilddrüse auftreten, beispielsweise eine Unterfunktion oder eine Überfunktion, kommen noch weitere Symptome hinzu.

Ursachen einer Schilddrüsen-Vergrößerung

Unterschiedliche Ursachen können zu einer Schilddrüsen-Vergrößerung führen. Der ernährungsbedingte Jodmangel ist der häufigste Grund für eine Struma. Allerdings können Autoimmunerkrankungen wie Morbus Basedow, aber auch Entzündungen,  Knoten („heiße“ oder „kalte“ Knoten) in der Schilddrüse, sowie Schilddrüsenverletzungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten einen Kropf hervorrufen. Eher selten wird eine Struma von Schilddrüsenkrebs ausgelöst.

Die genannten Ursachen können zu einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion führen. Es werden dann entweder zu viel oder zu wenig Hormone gebildet. Diese Fehlfunktionen der Schilddrüse können sich als Kropf äußern – je nach Ausprägung ist die Vergrößerung nicht sofort oder doch recht schnell zu erkennen und zu ertasten. 

Diagnose und Therapie: Liegt es etwa an der Schilddrüse? 

Ob mit der Schilddrüse alles in Ordnung ist, kann Ihr Hausarzt mit einem einfachen Bluttest herausfinden. Liegen die Schilddrüsenwerte über oder unter dem Normalbereich wird ausführlicher untersucht (Tastuntersuchung, Ultraschall, eventuell Szintigraphie). Erst wenn die Ursache diagnostiziert ist, können therapeutische Maßnahmen eingeleitet werden.

Strumen und Schilddrüsen-Fehlfunktionen, die lange Zeit unentdeckt bleiben und sich erst mit der Zeit vergrößern oder verschlimmern, bergen Risiken. Eine dauerhafte Überfunktion der Schilddrüse kann zum Beispiel dazu führen, dass der Betroffene zusätzlich an Bluthochdruck oder Herzrasen erkrankt. Die Folgen: Das gesamte Herz-Kreislauf-System gerät in Mitleidenschaft und das Risiko an Vorhofflimmern zu erkranken beziehungsweise einen Schlaganfall zu erleiden, ist stark erhöht. Das bestätigen auch wissenschaftliche Studien.

UNTER- UND ÜBERFUNKTION: SYMPTOME RECHTZEITIG ERKENNEN 

Symptome einer Überfunktion: ein schnellerer Puls, Herzrasen, Gewichtsabnahme, Durchfall, vermehrtes Schwitzen, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Haarausfall, Nervosität oder Reizbarkeit.

Ursache: Eine Überfunktion wird häufig durch die Basedow-Krankheit oder einen heißen Knoten verursacht.
Heißer Knoten: Er produziert unkontrolliert Hormone. Das heißt, der Körper arbeitet andauernd auf Hochtouren und wird dadurch überbelastet. In der Regel sind diese Knoten aber gutartig.
Morbus Basedow: Häufiger Grund für eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Typische Anzeichen: Schwitzen, Zittern oder Gewichtsabnahme, oft auch hervortretende Augen.

Symptome einer Unterfunktion: Gewichtszunahme, Kälteempfinden, Verstopfung, niedriger Blutdruck und langsamer Plus, Schwindel, schuppige und blasse Haut, Müdigkeit oder Antriebslosigkeit.

Ursache: Hinter einer Unterfunktion kann sich die autoimmune Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis verbergen.
Hashimoto: Ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse. Sie entsteht durch einen Fehler der körpereigenen Abwehr. Die genauen Ursachen sind aber unbekannt.

DIE SCHILDDRÜSEN-HORMONE: TRIJODTHYRONIN (T3), TETRAJODTHYRONIN (T4) SOWIE KALZITONIN 

Wofür braucht der Körper die Hormone T3 und T4?
Die beiden Hormone erhöhen den Grundumsatz des Körpers: Sämtliche Körperzellen arbeiten intensiver und verbrauchen dadurch mehr Energie.
Dadurch steigt die Körpertemperatur, der Puls geht schneller und das Herz schlägt kräftiger. Wir verwerten und verdauen die Nahrung besser und schneller. Das Nervensystem ist aktiv und arbeitet stärker, wodurch die menschliche Aufmerksamkeit gesteigert ist und die Reflexe schneller sind.
Bei Kindern: Das Gehirn reift besser und das Wachstum wird gefördert.

Wichtig: Jod benötigt die Schilddrüse zwingend, um die Hormone T3 und T4 zu bilden. Jodmangel: Experten schätzen, dass etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland unter den Folgen eines Jodmangels leidet – mehr oder weniger stark ausgeprägt. Weltweit wird die Zahl der Betroffenen auf knapp zwei Milliarden Menschen geschätzt. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer.

Wofür braucht der Körper Kalzitonin?
Kalzitonin wird von den sogenannten C-Zellen der Schilddrüse produziert. Dieses Hormon ist am Kalzium- und Knochenstoffwechsel beteiligt.

WIE ENTSTEHT EIN KROPF?

Fehlt es dauerhaft am wichtigen Spurenelement Jod, geraten die Stoffwechselvorgänge ins Stocken und die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Körper sinkt. Aufgrund des Mangels schüttet die Hirnanhangsdrüse einen Botenstoff aus (Hormon TSH), der die Schilddrüse stimuliert – diese reagiert mit einer Vergrößerung beziehungsweise Schwellung, da sie den Mangel kompensieren will, mit der Folge, dass ein Kropf entsteht (medizinischer Fachbegriff, aus dem Lateinischen: Struma).

Wie erkenne ich einen Kropf?
Ein Kropf kann eine lange Zeit keine Symptome zeigen. Mit einem einfachen Schlucktest können Sie jedoch frühzeitig etwaige Veränderungen an der Schilddrüse entdecken.

Für den Schlucktest benötigen Sie nur einen Handspiegel und ein Glas Wasser.

  • Halten Sie den Spiegel so, dass Sie den Teil des Halses zwischen Kehlkopf und Schlüsselbein sehen, denn die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes.
  • Trinken Sie nun einen Schluck Wasser und schauen Sie in den Spiegel.
  • Während des Schluckens: Beobachten Sie genau, ob unterhalb des Kehlkopfes Schwellungen hervortreten.

Wichtig: Dieser Schlucktest ersetzt keinen Arztbesuch.

GUTE SPURENELEMENTE: SO BLEIBT DIE SCHILDDRÜSE GESUND

Damit die Schilddrüse reibungslos wichtige Köperfunktionen regulieren kann, braucht sie ausreichend Jod, welches der Mensch nur durch die Nahrung aufnehmen kann.

Die optimale Tagesdosis für einen Jugendlichen und Erwachsenen liegt bei etwa 200 Mikrogramm Jod. Frauen brauchen während der Schwangerschaft und der Stillzeit mehr Jod: Die tägliche Dosis sollte dann zwischen 230 bis 260 Mikrogramm Jod liegen.

Jod ist der wichtigste Treibstoff für die Schilddrüse und ist unter anderem in Seefisch, Meeresfrüchten, Feldsalat, Brokkoli, Spinat, Karotten, Brot, Getreide, Milch und Käse enthalten. Speisen sollten generell mit Jodsalz gewürzt werden.
 

Wichtig: Schwangere können und dürfen zu pasteurisierten Milchprodukten greifen wie Emmentaler und Gouda.
Aber: Finger weg von Rohmilchkäsesorten wie Camembert und Mozzarella.  

Selen ist wichtig für die Entgiftungsprozesse in der Schilddrüse und ist beispielsweise in Paranüssen und Eiern enthalten.

Eisen ist für einen funktionierenden Schilddrüsenstoffwechsel relevant und ist unter anderem in Fleisch, Hülsenfrüchten, Haferflocken, Vollkorn und Petersilie enthalten.

Hinweis: Wer sich unsicher ist, wie viel Jod er zu sich nehmen soll oder darf, sollte Rücksprache mit seinem Hausarzt halten. Mit einem Ernährungsexperten können Sie auch einen individuellen Plan erstellen – denn für gesunde Menschen gilt eine andere Jodzufuhr als zum Beispiel für Menschen mit Schilddrüsen-Fehlfunktionen.

GUT ZU WISSEN

In den meisten Fällen ist der Kropf aber gutartig und reagiert auf die häufige Ursache Jodmangel mit einer noch normalen Funktion und Hormonproduktion (medizinischer Fachbegriff: euthyreote Struma).

Allerdings werden „unauffällige“ Schilddrüsenprobleme oft übersehen oder nicht direkt als solche erkannt, da die Symptome vielschichtig sind, sich diese mit den Jahren oft schleichend entwickeln oder aber bei älteren Frauen fälschlicherweise als Beschwerden der Wechseljahre eingeordnet werden. 

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