Der bundeseinheitliche Medikationsplan

Was ist der bundeseinheitliche Medikationsplan?

Patienten sollen eine verständliche Übersicht erhalten, an der sie sich bei der Einnahme ihrer Medikamente orientieren können. Im bundeseinheitlichen Medikationsplan werden alle Arzneimittel einer Person zusammengefasst. Der Medikationsplan beinhaltet Informationen über:

  • Wirkstoff- und Handelsname
  • Stärke
  • Darreichungsform – beispielsweise Tablette oder Tropfen
  • Einnahmeintervall – beispielsweise morgens, mittags, abends oder zur Nacht
  • Einheit – beispielsweise Stück
  • eventuell besondere Hinweise
  • Einnahmegrund

Der Medikationsplan wird auf Papier ausgedruckt und Patienten können ihn mit nach Hause nehmen und zu weiteren Arzt- oder Apothekenbesuchen mitbringen.

Für wen und wofür ist der Medikationsplan gedacht?

Anspruch auf den Medikationsplan haben gesetzlich Versicherte, die mindestens 3 Arzneimittel auf einem Kassenrezept für eine Anwendungsdauer von mindestens 4 Wochen verordnet bekommen. In diesem Fall übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Erstellung des Planes.

Der Medikationsplan ist ein Dokument über die aktuelle Medikation, das in erster Linie für Patienten gedacht ist. Er zielt nicht darauf ab, die Medikationsänderungen im zeitlichen Verlauf darzustellen oder die Dokumentation in der Patientenakte zu ersetzen.

Der Plan soll Patienten in erster Linie eine gute Übersicht geben, wann welche Medikamente eingenommen oder angewendet werden. Es kann helfen, den Plan zu Hause an einem gut sichtbaren Ort zu verwahren, um ohne viel Zeitaufwand nachschauen zu können, wann die nächste Tabletteneinnahme fällig ist. Einige Patienten hängen den Plan dafür an den Kühlschrank, andere haben ihn griffbereit in der Nähe ihrer Medikamente aufbewahrt.

Patienten können den Plan zu jedem Arztbesuch mitbringen; falls sich Änderungen in der Medikation ergeben, kann der Arzt diese gleich eintragen. Auch beim Apothekenbesuch kann es hilfreich sein, den Plan dabeizuhaben, wenn beispielsweise die Frage im Raum steht, ob das rezeptfreie Mittel gegen Husten zur Gesamtmedikation passt.

Wer erstellt den Medikationsplan?

Ansprechpartner für die Erstellung ist in der Regel der Hausarzt. Wenn der Patient keinen Hausarzt hat, ist der Arzt verantwortlich, der die Medikation koordiniert. Das kann beispielsweise ein Diabetologe oder ein Rheumatologe sein, wenn diese den Großteil der Medikamente eines Patienten verordnen. Fachärzte können den Plan ergänzen und aktualisieren. Auch in der Klinik kann der Plan erstellt oder angepasst werden. In der Apotheke können Medikamente ergänzt werden, die beispielsweise ohne ärztlichen Rat im Rahmen der Selbstmedikation eingenommen werden.

Disclaimer

Dieser Text dient ausschließlich der Information und soll Erkrankten und ihren Angehörigen erste Inhalte vermitteln, um einzelne Untersuchungs- und Therapieschritte besser verstehen zu können. Diese Informationen ersetzen keinen Arztbesuch und sind keine Aufforderung zur Selbstbehandlung und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden.

Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen


Erstellungsdatum: 21.02.2019
Letzte Aktualisierung: 26.02.2019

Herausgeber: Unabhängige Patientenberatung Deutschland, UPD

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