Magenspiegelung

Was ist eine Magenspiegelung?

Bei der Magenspiegelung wird mit einem flexiblen, biegsamen, schlauchartigen Instrument (Endoskop beziehungsweise genauer Gastroskop), das durch den Mund eingeführt wird, die Schleimhaut der Speiseröhre, des Magens und des sich anschließenden Zwölffingerdarms eingesehen (Endoskopie). Das Endoskop enthält neben dem Lichtleiter für die Lichtquelle einen Lichtleiter zur Bilderkennung oder an der Spitze einen Chip zur Bildaufnahme sowie Kanäle, durch die Instrumente zur Entnahme von Proben vorgeschoben werden können.

Alternative Untersuchungsmethoden

  • Einige krankhafte Veränderungen am oberen Verdauungstrakt können auch durch eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel sichtbar gemacht werden. Eine Röntgenuntersuchung ist aber weniger empfindlich, sodass kleine Veränderungen oder Frühstadien von Erkrankungen nicht gesehen werden können. Weiterhin beinhaltet diese Untersuchung eine Belastung mit Röntgenstrahlen. Ein weiterer Nachteil ist, dass keine Gewebeproben entnommen und keine direkte Therapie erfolgen kann. Bei speziellen Fragestellungen, wie zum Beispiel bei Störungen des Schluckaktes, kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel aber eine sehr sinnvolle Ergänzung zu einer Magenspiegelung sein beziehungsweise diese ersetzen.
  • Zur Erstuntersuchung bei Magenbeschwerden steht − statt einer Spiegelung zur Erkennung einer Infektion mit Helicobacter pylori (dieses Bakterium ist häufig Auslöser eines Magengeschwürs) − ein spezieller Test der Atemluft zur Verfügung. Dies wird allerdings nur bei Patienten unter 40 Jahren empfohlen, wenn Gründe gegen eine Magenspiegelung sprechen. Dieser Test dient in erster Linie der Kontrolle einer Behandlung vier Wochen nach Beendigung der Therapie. Die schmerzlose Magen-Untersuchung durch eine Computer- oder Kernspintomografie, bei der Schnittbilder des Körpers und auch dreidimensionale Bilder angefertigt werden, ist kein gleichwertiger Ersatz. Sie gibt nicht die gleiche Information wie eine Magenspiegelung und bleibt deshalb anderen Fragestellungen vorbehalten.

Außerdem kann zur Abklärung einer Gewebeveränderung nur durch die bei der Magenspiegelung entnommenen Biopsien, die anschließend unter dem Mikroskop untersucht werden, eine eindeutige Diagnose gestellt werden. Das kann zum Beispiel die Unterscheidung zwischen einem gutartigen Magengeschwür und einem bösartigen Magenkrebs sein.

Wann wird eine Magenspiegelung durchgeführt?

Zur Abklärung von verschiedenen Beschwerden kann der Arzt eine Magenspiegelung empfehlen.

Hierzu zählen beispielsweise:

  • wiederkehrende Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Bluterbrechen
  • schwarz gefärbter Stuhlgang
  • wiederholtes Sodbrennen

Auch zur Kontrolle von Magenschleimhautentzündungen oder Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüren wird eine Magenspiegelung durchgeführt.

Wie wird eine Magenspiegelung durchgeführt?
Im Normalfall sollte der Patient für die Untersuchung nüchtern sein, das heißt, er sollte mindestens sechs Stunden lang nichts gegessen oder getrunken haben. Auch auf das Rauchen sollte verzichtet werden. In Einzelfällen können nach Rücksprache mit dem Arzt kleine Mengen an Flüssigkeit bis zu zwei Stunden vor der Untersuchung zu sich genommen werden, zum Beispiel bei der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten. Vor der Untersuchung kontrolliert der Arzt die Blutgerinnung. Ist diese beeinträchtigt, sollte die Untersuchung wegen der Blutungsgefahr nur bei dringender Fragestellung durchgeführt oder nach einer medikamentösen Normalisierung vorgenommen werden. Falls blutverdünnende Medikamente eingenommen werden, müssen diese gegebenenfalls rechtzeitig nach Absprache mit dem untersuchenden Arzt abgesetzt werden. Eine Dauermedikation mit Aspirin (ASS) muss nicht unterbrochen werden. Vor der Untersuchung wird dem Patienten angeboten, durch ein starkes Beruhigungsmittel so stark schläfrig (sediert) zu werden, dass die Magenspiegelung nicht bemerkt wird (die allermeisten Personen nehmen diese Möglichkeit in Anspruch). Der Nachteil dieser Sedierung liegt darin, dass nach der Untersuchung Einschränkungen wegen der Nachwirkungen bestehen, also zum Beispiel nicht sofort wieder Auto gefahren werden kann. Unmittelbar vor der Untersuchung kann, sofern keine Beruhigungsmedikation gegeben wurde, der Rachen mit einem Spray betäubt werden, damit das Einführen des Gerätes keinen Würgereiz verursacht. Ist die Untersuchung bei einem Patienten erforderlich, der zuvor etwas gegessen hat, sollte auf die Betäubung des Rachens verzichtet werden, da es bei der Untersuchung zu Erbrechen von Speiseresten kommen kann. Bei betäubtem Rachen besteht dann eine erhöhte Gefahr, dass diese Speisereste in die Lunge gelangen.

Ablauf
Die Untersuchung kann in einer speziell dafür ausgerichteten Praxis für Innere Medizin beziehungsweise durch einen Facharzt für Gastroenterologie (Magen-Darm-Heilkunde) sowie bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus durchgeführt werden.

Der Arzt schiebt das Gastroskop durch den Mund am Kehlkopf vorbei in die Speiseröhre. Um die Schleimhäute besser beurteilen zu können, wird während der Untersuchung der Magen mit Luft aufgebläht. Schließlich schiebt der Arzt den Schlauch durch den Magenausgang in den Zwölffingerdarm vor. Nachdem der Arzt den Zwölffingerdarm beurteilt hat, zieht er das Gerät in den Magen zurück und schließlich ganz aus dem Körper heraus. Dabei wird die Luft wieder abgesaugt, um Völlegefühl und übermäßiges Aufstoßen zu vermeiden.

Falls der Arzt bei der Untersuchung Veränderungen der Schleimhaut in der Speiseröhre, im Magen oder im Zwölffingerdarm feststellt, kann er mit einer kleinen Zange Proben entnehmen, um diese mikroskopisch untersuchen zu lassen oder andere Untersuchungen vorzunehmen. Die Gewebeentnahme ist schmerzlos.

Nach der Untersuchung
Sofern lediglich eine Rachenbetäubung erfolgte, sollte eine Stunde nichts gegessen und getrunken werden, um ein Verschlucken von Nahrungsmitteln zu vermeiden. Für den Fall, dass eine medikamentöse Beruhigung erfolgte, verbleibt der Patient in der Praxis, bis er vollständig wach ist. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr ist erst 24 Stunden nach der Untersuchung wieder erlaubt. Falls Schmerzen, Schwindel, Bluterbrechen und andere Beschwerden im Anschluss an eine Magenspiegelung auftreten, muss der untersuchende Arzt informiert werden.

Welche Krankheiten können erkannt werden?
Erkannt werden können alle Erkrankungen, die zu Schleimhautveränderungen im Magen, Zwölffingerdarm und der Speiseröhre führen. Mögliche Befunde sind:

  • Entzündungen der Speiseröhre
  • Austritt von Magenanteilen durch die natürliche Lücke im Zwerchfell nach oben in den Brustkorb
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Geschwüre des Magens und des Zwölffingerdarms
  • Tumore, zum Beispiel Magenkrebs. Bei Tumoren wird die endgültige Diagnose durch die Untersuchung einer entnommenen Schleimhautprobe gestellt.

Heutzutage wird auch sehr oft eine Gewebeprobe des Magens auf einen Befall mit Helicobacter pylori untersucht. Dieser Keim ist die Hauptursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Mithilfe einer Antibiotikatherapie kann die Helicobacter-pylori-Infektion behandelt und somit die Neigung zu Geschwüren vermindert werden.

Akute Blutungen behandelt der Arzt durch eine Notfallgastroskopie. So können zum Beispiel blutende Krampfadern der Speiseröhre verödet und blutende Geschwüre mit blutstillenden Medikamenten unterspritzt oder mit Gefäßclips (kleine Metallklammern zum Verschluss von Gefäßen) versorgt werden. Sehr oft gelingt so die Blutstillung, sodass eine Operation nicht notwendig ist.

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