Existenzsicherung im Krankheitsfall

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Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?
Der gesetzlich verankerte Kündigungsschutz für Arbeitnehmer erlaubt eine krankheitsbedingte Kündigung nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen und unter bestimmten Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen.

Ein Grund dafür kann beispielsweise sein, dass ein Beschäftigter auf Dauer – das heißt im Laufe von mindestens 24 Monaten – nicht wieder gesund und somit arbeitsfähig wird. Auch häufige Kurzerkrankungen von mehr als sechs Wochen oder eine Langzeiterkrankung von mehreren Monaten können zu einer krankheitsbedingten Kündigung führen, die der Arbeitgeber gut begründen muss.

Weitere Gründe beziehen sich auf die wirtschaftlichen und finanziellen Belastungen für das Unternehmen durch die dauerhafte Erkrankung des Arbeitnehmers oder die wiederholten längeren krankheitsbedingten Fehlzeiten. Sind die betrieblichen und finanziellen Interessen des Unternehmens durch die Erkrankungen des Arbeitnehmers erheblich beeinträchtigt, kann es nach gesonderter Prüfung zu einer Kündigung kommen. Die Beeinträchtigung der betrieblichen und finanziellen Interessen besteht besonders in einer hohen Belastung durch Kosten für Lohnfortzahlungen und durch eine Störung der Betriebsabläufe. Dieses ist in der Regel vor allem bei Kleinbetrieben mit nur wenigen Mitarbeitern oder auch bei kleineren mittelständischen Unternehmen der Fall.  

Die Entscheidung, ob Gründe für eine krankheitsbedingte Kündigung vorliegen, erfolgt immer nach Prüfung des Einzelfalls.

Vor Aussprechen der Kündigung ist ein Arbeitgeber verpflichtet, die Möglichkeiten einer betrieblichen Eingliederung zu prüfen. Hiermit ist gemeint, dass zusammen mit einer eventuellen Interessenvertretung (zum Beispiel Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung) nach Wegen gesucht wird, den Einzelnen mit neuen Aufgaben zu betrauen oder an einem anderen Arbeitsplatz einzusetzen.

© 2016 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses rechtliche Informationsangebot dient lediglich Ihrer allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen konsultieren Sie bitte die hierfür üblichen Anlaufstellen, wie zum Beispiel einen Rechtsanwalt, eine Beratungs- oder Schlichtungsstelle et cetera.

Was sichern private Risiko- oder Krankenversicherungen ab?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, durch private Risiko-Versicherungen Einkommensausfälle infolge von Krankheit und Unfällen abzusichern. Da jede Versicherung eigene Verträge mit umfangreichen Klauseln anbietet, sind eine ausführliche Prüfung und ein Vergleich verschiedener Angebote sinnvoll. Bei der Analyse können unabhängige Berater helfen. Hierfür bieten Verbraucherzentralen oder der Sozialverband VdK Deutschland eine umfassende Beratung an.

Krankenversicherung
Besonders für Selbstständige und Berufstätige mit hohem Einkommen oder großen finanziellen Verpflichtungen kann der Abschluss einer privaten Krankenversicherung sinnvoll sein. Diese wird teilweise ergänzend zu der gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen.

Für Arbeitnehmer ist eine sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAE) festgesetzt. Wer ein Jahr lang diese JAE überschreitet, darf die gesetzliche Krankenversicherung verlassen und sich privat absichern.

Angeboten werden unterschiedlich umfangreiche Versicherungen. Diese umfassen beispielsweise die Kostenerstattung von ambulanten und stationären Krankheitskosten wahlweise mit Pflegezusatzversicherung bei Pflegebedürftigkeit, Auslandskrankenversicherung, Krankenhaustagegeld oder Krankentagegeld.

Die Kosten für eine private Krankenversicherung sind unter anderem abhängig vom Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn.

Unfallversicherung
Zu den privaten Risikoversicherungen zählt auch die Unfallversicherung. Gezahlt wird ein Einmalbetrag, wenn bei einem Versicherten nach einem Unfall eine Gesundheitsschädigung vorliegt. Was genau unter den Begriff „Unfall“ fällt und was nicht, ist jeweils in den Versicherungsbedingungen erläutert. Zur Beurteilung einer möglichen körperlichen Behinderung oder Beeinträchtigung wird eine ärztliche Diagnose herangezogen.

Was sichert das Arbeitslosengeld ab?

Wer arbeitslos wird, erhält Unterstützung von der Bundesagentur für Arbeit. Ansprüche bestehen in der Regel, wenn der Antragsteller in den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosenmeldung und dem Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate beschäftigt war oder beispielsweise Krankengeld bezogen hat. Unter genau beschriebenen Voraussetzungen werden auch bei einer weniger als zwölfmonatigen versicherungspflichtigen Beschäftigung Leistungen bewilligt.

Informationen über Ansprüche, Voraussetzungen, Dauer und Höhe des Arbeitslosengeldes geben Ihnen die Berater der Agentur für Arbeit.

Arbeitslose, die von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld beziehen, sind bei einer gesetzlichen Krankenkasse kranken- und pflegeversichert. In der Regel werden die Verträge mit den Krankenkassen weitergeführt, bei denen der Betroffene vor seiner Arbeitslosigkeit versichert war. Die fälligen Beiträge werden dann von der Agentur für Arbeit übernommen.

Wer keine Leistungen bezieht oder wessen Ansprüche ruhen, ist nicht versichert.

Bei privat Kranken- und Pflegeversicherten übernimmt die Agentur für Arbeit Beiträge bis zur Höhe der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.

Informationen über Leistungsansprüche erteilen die Krankenkassen.

Wer erhält Sozialhilfe?

Menschen, die keinen Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitslose besitzen, die weder Unterstützung durch Angehörige erfahren noch Anspruch auf Leistungen eines anderen Sozialversicherungsträgers haben, bekommen Sozialhilfe. Diese soll den Lebensunterhalt sichern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.