Schadensersatzansprüche 

Ihr Recht auf Schadensersatz

Behandlungsfehler können weitreichende Folgen für Ihre Gesundheit und die materielle Sicherheit bedeuten. Zusätzliche Behandlungen, Schmerzen, Arbeitsausfälle bis hin zur Arbeitsunfähigkeit – all das ist für Sie als Geschädigten oftmals mit unerwarteten Kosten und Unannehmlichkeiten verbunden. Stehen Ihre Beschwerden unmittelbar mit einem Behandlungsfehler im Zusammenhang, können Sie Ihren Vertragspartner – Ihren Arzt und/oder den Träger der Klinik – für den entstandenen Schaden haftbar machen.  Hier kann es sinnvoll sein, einen auf Patientenrecht spezialisierten Anwalt mit einzubeziehen.

Voraussetzung

Wenn der Schadensersatzanspruch vor Gericht verhandelt wird, tragen Sie als Patient in der Regel die Beweislast. Das heißt:

  1. Sie müssen einen Behandlungsfehler vorweisen können.
  2. Sie müssen nachweisen, dass Sie an Körper oder Gesundheit verletzt sind.
  3. Sie müssen den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Verletzung und Behandlungsfehler beweisen können.

Entbunden werden Sie davon nur, wenn das Gericht von einem „groben Behandlungsfehler“ ausgeht; wenn der Arzt gravierend gegen medizinische Standards verstoßen hat – beispielsweise die Operation an einem gesunden, statt am kranken Organ vorgenommen hat. Das Gericht spricht dann von der sogenannten „Beweislastumkehr“.

Die Bandbreite der Schadensersatzansprüche

Welcher Schaden wie hoch ersetzt wird, ist vor Gericht immer eine Einzelfallentscheidung. Die Bandbreite der Schadensersatzansprüche ist lang und reicht von zusätzlichen Behandlungskosten über Fahrtkosten und Lohnkosten bis hin zur Übernahme von Beerdigungskosten. Die wichtigsten Schadensersatzansprüche im Überblick: 

1. Schadensersatz bei Verdienstausfall

Ein Erwerbsschaden entsteht, wenn der Patient aufgrund der Fehlbehandlung seinen Beruf über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausüben kann.  
Ersatzpflichtig ist auch, wenn der Behandlungsfehler bei Kindern, Schülern, Auszubildenden und Studenten der Eintritt in ihr Arbeitsleben verzögert.

2. Schadensersatz bei Haushaltsführungsschaden

Ein Haushaltsführungsschaden entsteht, wenn der Patient vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seinen Haushalt ohne fremde Hilfe zu führen. 

3. Schadensersatz „vermehrter Bedürfnisse“ 

Hier geht es um den Ausgleich von langfristigen finanziellen Belastungen, die entstehen, wenn die Einschränkungen des Patienten „dauerhaft“ sind. Wenn er eine Prothese tragen muss, im Rollstuhl sitzt, auf Pflege oder auf eine spezielle Diät angewiesen ist und vieles mehr.

4. Ersatzansprüche durch Tod des Patienten

Stirbt ein Patient aufgrund eines Behandlungsfehlers, können seine Angehörigen auf Unterhaltsaufwendungen und den Betreuungsunterhaltsschaden klagen.

5. Anspruch auf Schmerzensgeld 

Schmerzensgeld ist ein zusätzlicher Anspruch, der für erlittene Schmerzen gezahlt werden kann. Hier bilden unverbindliche Schmerzensgeldtabellen zwar eine Bemessungsgrundlage, aber letztlich entscheidet das Gericht wie viel Ihnen im Einzelfall zusteht. 

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