Beschwerdeweg als Patient

Der Beschwerdeweg bei Problemen mit Ihrem Arzt

Reden Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie einen Behandlungsfehler vermuten, bringen Sie Ihre Zweifel schnell zur Sprache.

Sprechen Sie die Bedenken gegenüber Ihrem Arzt offen an. Nennen Sie konkrete Beschwerden und erkundigen Sie sich, ob der Behandlungsverlauf angemessen ist. So zeigt sich meist sehr schnell, ob Ihre Vermutung begründet ist.

Wenn Ihr Arzt diesem Gespräch ausweicht beziehungsweise seine Antworten unbefriedigend sind, lassen Sie sich Ihre Patientenakte aushändigen. Ärzte sind in der Regel dazu verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen.

Eine Kopie der Akte ist wichtig für den weiteren Beschwerdeweg.

Erstellen Sie ein Patiententagebuch 

Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie in aller Ruhe ein Gedächtnisprotokoll zum bisherigen Behandlungsverlauf:

  • Beginn der Behandlung
  • Art der Behandlung
  • Ablauf und Zeitrahmen
  • Namen weiterer behandelnder Ärzte
  • Art der möglichen Fehlbehandlung
  • Der entstandene Gesundheitsschaden

Auch mögliche Zeugen, Namen von Bettnachbarn aus der Klinik et cetera können wertvoll sein.

Lassen Sie sich kostenlos und fachkundig beraten und unterstützen  

Bleibt es bei der Vermutung eines Behandlungsfehlers, nutzen Sie eine der fachkundigen und kostenfreien Beratungs- und Schlichtungsstellen in Ihrer Nähe.

So haben viele Krankenhäuser bereits Schlichtungsstellen vor Ort eingerichtet, die Ihnen das Gespräch mit dem behandelnden Arzt abnehmen und den Vorgang anhand Ihrer Patientenakte untersuchen.

Auch ihre Krankenkasse ist dazu verpflichtet, Ihre Mitglieder bei Behandlungsfehlern zu unterstützen. Im Rahmen des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) kann bei Verdacht ein kostenfreies medizinisches Gutachten erstellt werden.

Zudem haben Ärzte- beziehungsweise Zahnärztekammern sogenannte Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen eingerichtet. In diesen Gremien sitzen Ärzte, Juristen und zum Teil Patientenvertreter, die anhand der schriftlichen Aufzeichnungen und Ihrer Patientenakte den Streitfall untersuchen.

Weitere Beratungsstellen sind die Unabhängige Patientenberatung Deutschland, die Verbraucherzentralen und Selbsthilfeorganisationen.

Einen Anwalt hinzuziehen

Die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärzte- und Zahnärztekammer oder des MDK werden versuchen, Ihre Beschwerde außergerichtlich zu klären. Hier kann es bereits sinnvoll sein, einen auf Patientenrecht spezialisierten Anwalt beratend mit einzubeziehen.

Das weitere Vorgehen hängt entscheidend vom Ergebnis des medizinischen Gutachtens ab. Bestätigt sich der Behandlungsfehler, können Sie  Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegenüber dem behandelnden Arzt geltend machen.

Bleibt die außergerichtliche Lösung mit Ihrem Arzt dabei aussichtslos, sollten Sie sich an einen auf Patientenrecht spezialisierten Anwalt wenden. Er kann Ihnen vor Gericht fachkundig helfen, Ihre Ansprüche durchzusetzen. Das Ergebnis aus dem Gutachten ist bei einem gerichtlichen Verfahren allerdings nicht bindend. Anwalts-Adressen finden Sie über die Anwaltskammern beziehungsweise -vereine im Internet.

Sie haben Fragen und wünschen eine persönliche Beratung zu gesundheitlichen und gesundheits- sowie sozialrechtlichen Themen?

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© 2016 UPD Patientenberatung Deutschland gGmbH – Dieses rechtliche Informationsangebot dient lediglich Ihrer allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen konsultieren Sie bitte die hierfür üblichen Anlaufstellen, wie zum Beispiel einen Rechtsanwalt, eine Beratungs- oder Schlichtungsstelle et cetera.