Patientenakte

Ihre Rechte: Einsicht in die Patientenakte
Ihr Arzt ist gesetzlich dazu verpflichtet, Ihre Behandlung in einer Patientenakte zu dokumentieren. Bestandteil dieser Patientenakte sind auch Untersuchungsergebnisse wie Röntgenaufnahmen oder die Werte aus Bluttests. Dabei bleibt es dem Arzt überlassen, ob er die Daten elektronisch abspeichert oder Karteikarten führt. Wichtig ist nur, dass er jeden einzelnen Behandlungsschritt mit Datum dokumentiert. Zudem muss er die Patientenakte mindestens zehn Jahre lang nach Ende der Behandlung aufbewahren.

Kopien der Patientenakte anfordern
Als Patient haben Sie das Recht, Ihre Patientenakte jederzeit einzusehen. Außerdem muss Ihnen der Arzt eine Kopie erstellen, wenn Sie darum bitten – das Original verbleibt normalerweise in der Praxis. Kopien können in verschiedenen Situationen für Sie wichtig sein. Falls Sie den Arzt wechseln, sollte der Nachfolger beispielsweise genau über bisherige Erkrankungen und Therapien informiert sein. Sie können ihn darum bitten, die entsprechenden Unterlagen bei seinem Vorgänger anzufordern oder Sie besorgen die Abschrift selbst. Dieses Recht auf Kopien der Patientenakte können Sie auch für Teilbereiche geltend machen. Wenn Sie sich eine Zweitmeinung einholen möchten, sollten Sie beispielsweise Duplikate von eventuellen Röntgenaufnahmen anfertigen lassen, um eine zusätzliche Strahlenbelastung zu vermeiden. Die Kosten für diese Kopien müssen Sie allerdings selbst tragen. Sie können von maximal 50 Cent pro kopiertem Blatt Papier bis zu mehreren Euro für eine gebrannte CD reichen. Wichtig ist die Kopie der Patientenakte zudem, falls Sie mit den Behandlungsmethoden unzufrieden waren und gegebenenfalls Beschwerde einlegen möchten.

Wenn der Arzt die Herausgabe einer Abschrift der Patientenakte verweigert
Die Rechtslage ist klar: Sie dürfen Ihre Patientenakte jederzeit einsehen. Eine „Vorwarnfrist“ ist gesetzlich nicht vorgesehen. Denn es ist die Pflicht des Arztes, die Unterlagen sorgfältig und aktuell zu führen. In der Praxis kommt es jedoch immer wieder vor, dass Mitarbeiter die Vorlage verweigern und als Grund dafür Zeitmangel oder technische Probleme anführen. In solchen Fällen ist es ratsam, sich an den Arzt persönlich zu wenden und auf die Rechtslage zu verweisen. Sollte das nicht helfen, dann können Sie einen Anwalt einschalten, der Ihre Ansprüche durchsetzt. Des Weiteren können Sie sich bei der zuständigen  Landesärztekammer beschweren.

Zwei Argumente, um die Einsicht in die Patientenakte zu verweigern
Sie dürfen die vollständige Patientenakte einsehen, auch Teilbereiche kann Ihnen der Arzt nicht ohne triftigen Grund vorenthalten. Der Gesetzgeber sieht nur zwei Begründungen vor, die dieses Recht einschränken. Ein mögliches Argument ist, dass der Inhalt Sie gefährden könnte. Das muss jedoch mit einer entsprechenden Diagnose verbunden sein, beispielsweise Depressionen und Suizidgefahr.

Variante B: Die Persönlichkeitsrechte Dritter müssen geschützt werden. Das ist möglicherweise der Fall, wenn die Beziehung zu Angehörigen in der Patientenakte aufgeführt wird.

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