Krankengeld

Das müssen Sie beim Krankengeld beachten

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland steht allen Interessierten und Patienten in Deutschland – ob gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert – für gesundheitliche und gesundheits- sowie sozialrechtliche Fragen mit einem breit gefächerten Beratungsangebot zur Verfügung. Ein Team aus juristischen und medizinischen Fachkräften informiert und berät im gesetzlichen Auftrag umfassend, verständlich, neutral, kostenlos und wissenschaftlich basiert.

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Antrag auf Krankengeld

Was sollten Sie bei der Beantragung des Krankengeldes beachten?

Krankengeld erhalten Sie, wenn Sie aufgrund derselben Erkrankung länger als sechs Wochen ausfallen und Ihr Arzt dies lückenlos durch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bestätigt. Sie haben einen Anspruch auf Krankengeld. Jede Krankmeldung müssen Sie als Arbeitnehmer daher unverzüglich an Ihre Krankenkasse weiterleiten, falls Ihr Arzt das nicht für Sie übernimmt. Ihre Kasse ist auf diese Weise über den Startzeitpunkt Ihrer Erkrankung informiert. Ihr Arbeitgeber übermittelt rechtzeitig vor Ablauf Ihrer Entgeltfortzahlung Ihrer Krankenkasse die notwendigen Angaben zu Ihrem Gehalt, damit das Krankengeld berechnet werden kann. Die Mitteilung über die Höhe Ihres Krankengeldes erhalten Sie dann per Post von Ihrer Krankenkasse. Das Krankengeld erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse. Die Lohnfortzahlung Ihres Arbeitgebers erhalten Sie sechs Wochen lang.

Seit Anfang 2016 gibt es nur noch ein Formular. Damit ist der bislang bekannte Auszahlschein zum Bezug von Krankengeld nicht mehr erforderlich. Auf diesem Formular können Ärzte dann sowohl Ihre Arbeitsunfähigkeit als Arbeitnehmer während der Zeit Ihrer Entgeltfortzahlung durch Ihren Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse bescheinigen. Sie bekommen für Ihre Unterlagen einen Durchschlag. Bewahren Sie diesen gut auf. Weiterhin gibt es eine Ausfertigung für den Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse.
Wichtig: Für den Bezug von Krankengeld ist ein lückenloser Nachweis Ihrer Arbeitsunfähigkeit unbedingt erforderlich.

TIPP: Versenden Sie Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Einschreiben mit Rückschein. So können Sie mit einem Beleg nachweisen, dass Sie die Bescheinigung verschickt und Ihre Krankenkasse diese auch erhalten hat. So stellen Sie sicher, dass das Krankengeld ohne Verzögerung in voller Höhe ausgezahlt wird.

Sobald Ihr Anspruch bestätigt ist, erhalten Sie Krankengeld. Es wird übrigens – wie das Gehalt – jeweils rückwirkend überwiesen. Die Höhe des Betrags teilt Ihnen die Krankenkasse schriftlich mit. Das Datum des Arztstempels auf dem Formular ist entscheidend. Jeweils bis zu diesem Tag zahlt die Krankenkasse rückwirkend das Krankengeld aus.

Finanzielle Einbußen durch das Krankengeld

Wie hoch ist das Krankengeld?

Das Krankengeld ist niedriger als Ihr normales Gehalt. Die Höhe des Krankengeldes ist von verschiedenen Bedingungen abhängig. Es beträgt 70 Prozent vom Bruttoeinkommen, darf aber 90 Prozent Ihres Nettogehalts nicht übersteigen. Ob das der Fall ist, hängt von Ihren Abzügen und der Steuerklasse ab. Von dieser Summe zieht Ihre Krankenkasse die Beiträge zur Sozialversicherung ab: Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung – Beiträge zur Krankenversicherung müssen Sie in dieser Zeit nicht entrichten. Der Restbetrag wird auf Ihr Konto überwiesen. Die Höhe Ihres Bruttoeinkommens ermittelt Ihre Kasse übrigens selbst. Sie wendet sich dafür an Ihren Arbeitgeber, der dazu verpflichtet ist, eine Verdienstbescheinigung auszufüllen. Relevant ist dafür die letzte offizielle Abrechnung. Wichtig: Sonderzahlungen, wie zum Beispiel bezahlte Überstunden, die in diesem Zeitraum angefallen sind, werden ebenfalls einbezogen.

Bezugsdauer Krankengeld

Wie lange zahlt die Krankenkasse Krankengeld?

Grundsätzlich beginnt Ihr Anspruch als Arbeitnehmer auf Krankengeld mit dem ersten Tag Ihrer Krankheit. In den ersten sechs Wochen ruht er allerdings, während der Arbeitgeber weiterhin das Gehalt überweist. Diese Zeit müssen Sie also miteinbeziehen, wenn Sie ausrechnen möchten, wie lange Sie Krankengeld erhalten – insgesamt sind es 78 Wochen für dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren. Allerdings verlängert sich diese Zeitspanne nicht, wenn eine weitere Erkrankung hinzukommt. Sobald diese drei Jahre vorbei sind und Sie wieder mindestens sechs Monate lang normal erwerbstätig waren, haben Sie erneut vollen Anspruch auf Krankengeld.

Krankengeldanspruch sichern

Warum ist eine lückenlose Krankschreibung fürs Krankengeld wichtig?

Jede neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss lückenlos an die bisherige anschließen, damit Sie den vollen Krankengeldanspruch nicht verlieren. So muss Ihr Arzt Sie ohne eine Unterbrechung erneut krankschreiben. Dieses muss spätestens am nächsten Werktag nach Ihrem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit geschehen. Sind Sie zum Beispiel bis zu einem Mittwoch krankgeschrieben, müssen Sie unbedingt spätestens am Donnerstag erneut zu Ihrem Arzt gehen, um sich weiter krankschreiben zu lassen. Dabei sind Samstage keine Werktage. Es ist Ihre Aufgabe als Versicherter, darauf zu achten. Jede Lücke hat finanzielle Folgen. Sie erhalten für die fehlenden Tage entweder kein Krankengeld oder können im schlimmsten Fall sogar Ihren Anspruch vollständig verlieren. Ärzte im Krankenhaus dürfen Sie übrigens sieben Tage länger krankschreiben, als Ihr Aufenthalt dauert, damit Sie in Ruhe einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt vereinbaren können.

Das darf Ihre Krankenkasse

Welche Rechte hat die Krankenkasse beim Thema Krankengeld?

Wenn die Krankenkasse Zweifel hat, dass Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung berechtigt ist, kann sie sich an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wenden. Der MDK beauftragt einen Arzt, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen. Der Versicherte hat eine Mitwirkungspflicht gegenüber der Versicherung. Dies wirkt sich auch dadurch aus, dass er im Zweifelsfall seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen können muss, wozu die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung allein nicht genügt. Allerdings ist der Versicherte nicht verpflichtet, der Versicherung Fragen hinsichtlich des Gesundheitszustandes zu beantworten, die durch vorgefertigte Fragebögen oder Telefonanfragen gestellt werden.

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