Krankengeld

Ihr Anspruch auf Krankengeld

Wenn Sie als Arbeitnehmer krank werden, zahlt Ihr Arbeitgeber im Normalfall sechs Wochen lang weiterhin Ihr Gehalt. Falls Sie nach den sechs Wochen weiterhin arbeitsunfähig bleiben sollten, erhalten Sie Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Einen Anspruch auf Krankengeld haben Sie in der Regel, wenn Sie fest angestellt sind oder Arbeitslosengeld I beziehen. Wenn Sie Arbeitslosengeld I beziehen, dann überweist die Arbeitsagentur sechs Wochen lang Ihre Bezüge, bevor Sie Krankengeld bekommen. Selbstständige können bei ihrer Krankenkasse einen entsprechenden Tarif wählen, um bei Bedarf einen Anspruch auf Krankengeld geltend machen zu können.

So beantragen Sie Krankengeld

Krankengeld erhalten Sie, wenn Sie aufgrund derselben Erkrankung länger als sechs Wochen ausfallen und Ihr Arzt dies lückenlos durch Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen bestätigt. Jede Krankmeldung müssen Sie daher unverzüglich an Ihre Krankenkasse weiterleiten, falls Ihr Arzt das nicht für Sie übernimmt. Ihre Kasse ist auf diese Weise über den Startzeitpunkt Ihrer Erkrankung informiert.  Ihr Arbeitgeber übermittelt  rechtzeitig vor Ablauf Ihrer Entgeltfortzahlung Ihrer Krankenkasse die notwendigen Angaben zu Ihrem Gehalt, damit das Krankengeld berechnet werden kann. Die Mitteilung über die Höhe Ihres Krankengeldes erhalten Sie dann per Post von Ihrer Krankenkasse.

Sobald Ihr Anspruch bestätigt ist, erhalten Sie Krankengeld. Es wird übrigens – wie das Gehalt – jeweils rückwirkend überwiesen. Die Höhe des Betrags teilt Ihnen die Krankenkasse schriftlich mit und legt direkt einen neuen Auszahlungsschein bei. Diesen  legen Sie Ihrem Arzt erneut vor, wenn er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlängert. Das Datum des Arztstempels ist entscheidend. Jeweils bis zu diesem Tag zahlt die Krankenkasse rückwirkend das Krankengeld aus.

Finanzielle Einbußen durch das Krankengeld

Das Krankengeld ist niedriger als ihr normales Gehalt. Es beträgt 70 Prozent vom Bruttoeinkommen, darf aber 90 Prozent Ihres Nettogehalts nicht übersteigen. Ob das der Fall ist, hängt von Ihren Abzügen und der Steuerklasse ab. Von dieser Summe zieht Ihre Krankenkasse die Beiträge zur Sozialversicherung ab: Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung – Beiträge zur Krankenversicherung müssen Sie in dieser Zeit nicht entrichten. Der Restbetrag wird auf Ihr Konto überwiesen. Die Höhe Ihres Bruttoeinkommens ermittelt Ihre Kasse übrigens selbst. Sie wendet sich dafür an Ihren Arbeitgeber, der dazu verpflichtet ist, eine Verdienstbescheinigung auszufüllen. Relevant ist dafür die letzte offizielle Abrechnung. Wichtig: Zum Beispiel bezahlte Überstunden, die in diesem Zeitraum angefallen sind, werden ebenfalls einbezogen.

Begrenzter Zeitraum fürs Krankengeld

Grundsätzlich beginnt Ihr Anspruch auf Krankengeld mit dem ersten Tag Ihrer Krankheit. In den ersten sechs Wochen ruht er allerdings, während der Arbeitgeber weiterhin das Gehalt überweist. Diese Zeit müssen Sie also miteinbeziehen, wenn Sie ausrechnen möchten, wie lange Sie Krankengeld erhalten – insgesamt sind es 78 Wochen für dieselbe Krankheit innerhalb von drei Jahren. Allerdings verlängert sich diese Zeitspanne nicht, wenn eine weitere Erkrankung hinzukommt. Sobald diese drei Jahre vorbei sind und Sie wieder mindestens sechs Monate lang normal erwerbstätig waren, haben Sie erneut vollen Anspruch auf Krankengeld.

Achtung: Lückenlose Krankschreibung fürs Krankengeld

Jede neue Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss lückenlos an die bisherige anschließen. Es ist ihre Aufgabe als Versicherter, darauf zu achten. Jede Lücke hat finanzielle Folgen. Sie erhalten für die fehlenden Tage entweder kein Krankengeld oder können im schlimmsten Fall sogar Ihren Anspruch vollständig verlieren. Ärzte im Krankenhaus dürfen Sie übrigens sieben Tage länger krankschreiben, als Ihr Aufenthalt dauert, damit Sie in Ruhe einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt vereinbaren können.

Die Rechte der Krankenkasse beim Thema Krankengeld

Wenn die Krankenkasse Zweifel hat, dass Ihre Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung berechtigt ist, kann sie sich an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wenden. Der MDK beauftragt einen Arzt, ein unabhängiges Gutachten zu erstellen. Der Versicherte hat eine Mitwirkungspflicht gegenüber der Versicherung. Dies wirkt sich auch dadurch aus, dass er im Zweifelsfall seine Arbeitsunfähigkeit nachweisen können muss, wozu die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung allein nicht genügt. Allerdings ist der Versicherte nicht verpflichtet, der Versicherung Fragen hinsichtlich des Gesundheitszustandes zu beantworten, die durch vorgefertigte Fragebögen oder Telefonanfragen gestellt werden.

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